Corona-Tests an Schulen - warum sie wichtig und richtig sind und zu einer neuen Normalität verhelfen. Der Kommentar einer 5fachen Mutter.
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Corona-Tests an Schulen: Warum ich es so wichtig finde!

Ich habe mich mit Themen rund um Corona wirklich zurück gehalten. Mir brannte so einige Male einiges unter den Fingernägeln und ab und an musste ich mir auch auf die Zunge beißen, um andere nicht zu sehr vor den Kopf zu stoßen. Was hier aber momentan abgeht, was die Corona-Tests an Schulen angeht, ist einfach nicht mehr normal und schön.

Eins vorweg: Hier bei uns an der Grundschule läuft es wirklich gut. Auch, wenn das System, das von der Zeitung begleitet wurde, von sämtlichen „besorgten Bürgern“ zerrissen wurde. Hier müssen die Kinder über den Notausgang der Sporthalle eintreten, werden dann von Fachpersonal in Sicherheitskleidung an einen Tisch gebracht, der mit reichlich Abstand zu den anderen steht. Dort wird dann der Test durchgeführt. Negativ getestete Kinder gehen weiter in ihr Klassenzimmer. Ist ein Kind positiv getestet, werden die Eltern informiert und das Kind wird abgeholt. Alles läuft komplett easy ab und die Prinzessin mit ihren 10 Jahren findet es alles andere als traumatisierend.

Ich habe aber auch gehört, dass es in anderen Schulen nicht so zugeht und finde es tatsächlich schade, dass dort weniger Engagement gezeigt wird. Denn ich finde, das sind wir unseren Kindern schuldig. Eine angenehme Umgebung für diese Tests. Sowas muss einfach sinnvoll organisiert werden. Bei Victoria von Kuchenerbse gibt es ein Beispiel von gut gelöster Teststrategie. Und wie gesagt, es gibt mittlerweile einige Schulen, die sich Fachpersonal herangezogen haben, um die Corona-Tests an Schulen so angenehm wie möglich zu gestalten.

Zuerst die bösen Masken, jetzt die bösen Popeltests

Mir ist klar, dass es sich mit einem Feindbild besser lebt. Die bösen Politiker haben erst einmal die bösen Masken für Kinder durchgesetzt, mit denen sie ja angeblich ersticken. Masken, die hier für uns mittlerweile zum Alltag gehören und uns in den 14 Monaten Pandemie vor sämtlichen Erkältungen verschont haben, die wir uns sonst übers Jahr angeschleppt haben. Ich glaube ja, wir werden das auch danach beibehalten. Wann auch immer „danach“ ist.

Jetzt verlangt die Politik tatsächlich Schnelltests. Regelmäßig. Hier bei uns im Wechselunterricht an jedem Tag, an dem die Kinder in der Schule sind. Und wieder drehen viele durch und schreien etwas von Körperverletzung und dergleichen. Übrigens meist diejenigen, die sich schon zuvor an nichts gehalten haben und mit für die Situation verantwortlich sind.

Ich bin ein blinder Mitläufer der Diktatur

Diesen Kommentar habe ich mir tatsächlich eingefangen, als ich mich für Schnelltests mit geregeltem Ablauf aussprach. Als ich es befürwortete, dass Menschen in Sicherheitskleidung bei meinem Kind den Schnelltest durchführen.

Ehrlich, über solche Kommentare kann ich nur lachen. Denn eigentlich laufe ich mittlerweile ziemlich geschmeidig unter dem Trendbegriff „mütend“. Für mich sind diese ganzen Regelungen, dieses Verharren in der Situation und Kinder als Spielbälle der Gesellschaft zu sehen, einfach nicht nachvollziehbar. Allein das Streichen der Faschingsferien in Bayern war einfach nur ein Hohn für alle Eltern, die sich den Hintern aufreißen.

Ja, ich bin müde und wütend zugleich. Müde vom Kampf, wütend auf die Politik. Wütend darauf, dass hier nix mehr ist, wie vor einem Jahr und ich mich immer weiter einschränken muss, weil diese Querdenken-Bewegung immer mehr an Macht gewinnt. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr es mich frustriert, dass einzelne Ministerpräsidenten sich ein Kanzlerkandidatgeplänkel erlauben, statt ihren Arsch hochzukriegen und endlich zu handeln.

Und ja, es kotzt mich an, dass in große Firmen Geld investiert wird, statt marode Schulen zu sanieren und Klassenräume mit Luftfiltern auszustatten. Mal von kostenlosen FFP2-Kindermasken abgesehen. Denn die gehen ordentlich ins Geld. Aber Wirtschaft steht eben über Menschenleben, das durften wir in den letzten 14 Monaten sehr gut lernen.

Dennoch befürworte ich die Tests, weil sie zumindest ein wenig Sicherheit vermitteln. Nicht viel, vielleicht auch trügerisch, aber besser als weiterhin ungetestete Kinder.

Fehlerquote der Schnelltests

Laut Karl Lauterbach werden mit den Schnelltests etwa 40% aller symptomlosen Infizierten übersehen. (Quelle) Das bedeutet aber auch im Umkehrschluss, dass etwa 60% aller symptomlosen mit dem Virus infizierten Menschen mit einem Schnelltest entdeckt werden könnten. 60% sind mehr als 0. Sollte also ein Schnelltest positiv anschlagen, kann der PCR-Test das noch immer entkräften.

Außerdem habe ich gelesen (leider finde ich die Quelle nicht mehr), dass sowohl Nasenspray als auch Cola das Testergebnis verfälschen kann. Auch wenn mein Mann selbst nie ein positives Ergebnis nach diesem Getränk hatte. 

Und natürlich kommt es darauf an, wer den Test durchführt und wie genau er gemacht wird. Aber dafür gibt es ja im Falle des Falles Testzentren, die den PCR-Test machen, den man im Falle eines negativen Ergebnisses der Schule einreichen kann, wenn man von vornherein auf Nummer sicher gehen und sein Kind passend getestet haben möchte.

Traumata durch Schnelltests?

Um das mal klarzustellen: Ich spreche hier von völlig gesunden Kindern ohne hochsensible, autistische oder psychische Einschränkungen. Bei Kindern mit Einschränkungen dieser Art ist es nochmal was anderes. Mir geht es rein um das typische Durchschnittskind.

Hierzu lese ich in letzter Zeit so viel und es macht mich mürbe. Ehrlich. Der Akt des Testens sei ein Eingriff in den Körper und würde psychische Schäden hervorrufen. Das würde alles gegen den Willen der Kinder gehen und fürsorgliche Eltern, die zum Wohle ihrer Kinder den Test verweigern, seien die Gelackmeierten. Really?

Also ich kann jetzt nur von uns berichten, aber: Die Große musste im Oktober mehrmals getestet werden, weil da ihre Halbwirbelentfernung stattfand. Dieses Rühren in der Nase war ziemlich unangenehm – für uns beide – aber sicher nicht traumatisierend. Die Prinzessin gehört mit der 4. Klasse in Bayern zu den Abschlussklassen und ist nun die zweite Woche dabei, sich alle 2 Tage ein Stäbchen in die Nase stecken lassen zu dürfen. Es gehört halt dazu und interessiert aber auch nicht weiter.

Und wie bei so vielem kommt es auch einfach auf die Vermittlung an. Sachte pädagogisch hingeführte Kinder haben in der Regel keinerlei große Probleme damit.

Traumatisch finde ich es ehrlich gesagt eher, dass es Menschen gibt, die ihren Kindern einbläuen, die Tests würden Krebs auslösen und Corona sei nur eine Grippe! Menschen, die ihre Kinder bei Querdenkendemos als Schutzschilde nutzen und dann gleichzeitig brüllen, sie wollen ihre Kinder vor einem Stäbchen schützen. Leider alles schon gesehen.

Manchmal muss man eben in den sauren Apfel beißen

Ich greife jetzt einfach wieder das Beispiel meiner Großen auf. Sie hatte wahnsinnige Angst vor der Entfernung ihres Halbwirbels. Wir alle hatten Angst. Noch schlimmer als die OP empfand sie übrigens das Legen der Narkose. Allein. Weil ich durch die Pandemie nicht in den OP-Vorbereitungsbereich mit durfte. Klar hätten wir ihr das ersparen können. Aber zu welchem Preis? Ihre Wirbelsäule hätte sich immer mehr verformt, die anfänglich leichten Schmerzen hätten irgendwann überhand genommen und die Pubertät verschlimmert durch den Wachstum alles noch mehr.

Um die Kurve zu kriegen: Sicher sind diese Stäbchen in der Nase alles andere als angenehm – wenn der Test richtig gemacht wird. Klar hat man immer Angst, man könnte ein positives Ergebnis bekommen und muss unter Umständen in Quarantäne, darf eine Zeit lang nicht nach draußen und muss zu allen Familienmitgliedern Abstand halten. Natürlich ist das scheiße. Aber wenn so eine symptomlose Infektion unbemerkt bleibt und man damit unter Umständen die Eltern, Oma und Opa und die schwangere Mama ansteckt, ist das halt das absolute Horrorszenario und das Teststäbchen ein Kinderspiel dagegen.

Traumata bekommen Kinder übrigens eher, wenn ihnen bewusst wird, dass sie Hinz und Kunz unbemerkt angesteckt haben, weil sie nicht getestet werden sollten und Oma Else jetzt deswegen verstorben ist. Ja, manchmal muss man einfach abwägen und etwas Unangenehmes tun, um etwas wirklich Traumatisches zu verhindern!

Der Umgang mit positiv getesteten Kindern

In der Klasse der Prinzessin wurden zwei Kinder letzte Woche beim Schnelltest positiv getestet. Die Kinder wurden von den Eltern abgeholt. Laut ihr hat keiner gelacht, mit dem Finger auf sie gezeigt oder auch nur einen blöden Spruch gerissen. Die Kinder machten sich eher Sorgen, ob es den beiden gut geht. Hier hat aber die Klassenleitung auch ganze Arbeit geleistet und im Vorfeld den respektvollen Umgang mit so einem Ergebnis zusammen mit den Kindern erarbeitet.

Schadenfreude, Ausgrenzung und Stigmatisierung passiert oft durch Erziehung. Wir Eltern leben es vor, wie mit Menschen umgegangen wird, die anders sind, anders aussehen oder plump nur (falsch) positiv testen. Wir tragen die Verantwortung dafür, dass unsere Kinder auf niemanden mit dem Finger zeigen und hinter vorgehaltener Hand Gehässigkeiten austauschen. Respekt ist keine Einbahnstraße. Und wenn ich möchte, dass dies vermittelt wird, sollte ich es eben auch vorleben.

Bei den Corona-Tests in Schulen und Kitas geht es nicht nur um die Kinder und deren Eltern

Natürlich möchte ich meine Kinder geschützt wissen. Nicht umsonst ließen wir die Kinder vor den Osterferien daheim, obwohl Wechselunterricht stattgefunden hätte. Es war uns einfach zu unsicher. Es ist halt doch ein Unterschied, ob sich ein Single oder ein Paar ansteckt, oder ob da direkt 6 Menschen mit betroffen sein können. Seit es die Möglichkeit der Testungen an Schulen gibt, darf zumindest die Prinzessin wieder den Unterricht besuchen.

Mit diesen Tests filtert man ja nicht nur unter Umständen ein krankes Kind heraus, sondern schützt eine ganze Personengruppe. Hier geht es nicht nur um Mama und Papa, hier geht es um Lehrkräfte, die seit Monaten ungeschützt arbeiten, obwohl von der Politik groß getönt wird, sie seien geimpft und damit unantastbar. Es geht um Kitapersonal, das weder den nötigen Abstand noch die Hygienemaßnahmen einhalten kann und zum Großteil noch immer ohne Impfung täglich arbeiten geht. Es geht um möglicherweise immunschwache Personen, die in diesem Bereich arbeiten, um Schwangere, um Menschen mit Diabetes.

Und dann bekomme ich zu hören, wer sich für so einen Beruf entscheidet, muss halt damit umgehen können, dass Kinder Virenschleudern sind. NEIN! Einfach nur nein! Kranke Kinder, egal ob symptomlos oder nicht, gehören weder in die Kita noch in die Schule! Denn DAS ist egoistisch, DAS ist unverschämt und einfach nur kurz gedacht. Ich als erwachsener Mensch, als Elter, trage Verantwortung. Verantwortung für mein Kind, aber auch dafür, dass durch mich und mein Handeln niemand gefährdet wird. Du fährst doch nachts auch nicht ohne Licht auf der Landstraße Auto und argumentierst, wer nachts fährt, muss damit rechnen, mit unbeleuchteten Fahrzeugen zu kollidieren.

Dieses „Mein Kind muss nicht“ ist so verdammt kurzsichtig gedacht. So unreflektiert. Hier geht es nicht darum, ob das Kind sich eine Mütze anziehen muss, sondern ob es diese Corona-Tests mitmacht, um andere ggf. zu schützen!

Mir fehlt das Pendant im Berufsleben

Laut des Entwurfs zum Infektionsschutzgesetz müssen Arbeitgeber in Bayern Tests zur Verfügung stellen. (Quelle) Für mich eine Farce. Denn Kindern darf man es überstülpen, Erwachsene haben einen Freifahrtschein.

Und wenn ich mir die letzten Monate so anschaue, hat das mit der Selbstverantwortung und der Schwarmintelligenz ja nicht wirklich funktioniert. Menschen, die trotz positiver Anzeichen ihre Kinder weiter in die Kitas bringen, Leute, die die Pandemie als „ich halte nix davon“ abtun. Firmen, denen die Sicherheit und Gesundheit ihrer MitarbeiterInnen am Arsch vorbei geht.

Warum wird es nicht verpflichtend eingeführt für alle, die nicht dauerhaft im Homeoffice arbeiten können? Warum ist es zu viel verlangt, alle 48h einen Schnelltest vor Arbeitsbeginn machen zu müssen? Die Corona-Tests an Schulen konnte man ja auch problemlos durchdrücken. Ach ja, die Wirtschaft, ich vergaß. Aber dass ich mit vielen Entscheidungen der Politik alles andere als konform gehe und mir wünsche, sie würden endlich auf Spezialisten auf diesem Gebiet hören, ist ja nichts, was unbekannt wäre.

Und zum Schluss möchte ich dir noch dieses Zitat ans Herz legen:

Mein Fazit zu den Corona-Tests an Schulen

Ich bin dankbar für die Möglichkeit, dass wir unsere Kinder in einem sicheren Rahmen mit Teststraße in der Schule testen lassen können. Und ich wäre froh, wenn dies sowohl in allen Schulen als auch Unternehmen zur Pflicht und in den normalen Alltag integriert werden würde. Zu meinem Schutz, zu deinem, zu unserem!

Wenn das der erste Schritt zu einer neuen Normalität ist, bis ein Großteil der Bevölkerung geimpft ist, bin ich gern dabei. Denn weder die Maske noch das Teststäbchen schränkt mich in meiner Freiheit ein, sondern die Menschen, die sich zu Querdenken-Spreader-Events treffen und sich über die Maßnahmen aufregen, die sie mit zu verantworten haben.

Herzlichst, die Julie

 

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