Die Missgunst unter Müttern ist allgegenwärtig. Dabei täte uns allen Akzeptanz und Solidarität gut, da das Wohl unserer Kinder im Fokus steht!
Gedankenwelt,  Life

„Das wird sie noch bereuen!“ – Wie wäre es mit Akzeptanz statt Missgunst unter Müttern?

Neulich auf Twitter: Eine Userin lässt sich absolut herablassend darüber aus, dass eine „dieser Influencerinnen“ es wagt, im Wochenbett Kooperation um Kooperation zu veröffentlichen. Dass sie es wagt, im Wochenbett ihr Kind für eine gewisse Zeit dem Papa anzuvertrauen und zu arbeiten. Hetzen, statt Verständnis. Ganz toll. Neulich auf Instagram: Eine Mama mit 4 (oder waren es 5?) Kindern startet in ihrer Story eine Fragerunde und die meisten Fragen, die kommen sind – na, was denkst du? – „Ihr lebt doch von staatlicher Unterstützung oder? So viele Kinder kann sich kein Normalo leisten!“. Sie bleib sachlich und freundlich. Ich wäre stinksauer gewesen. Das sind nur zwei von unzähligen Beispielen, die sich ständig auf den sozialen Plattformen tummeln. Diese Hetze, diese Missgunst unter Müttern – unter Frauen -, die kotzt mich an.

Urteilen und lästern ist einfacher als sich in Empathie zu üben.

Und es findet sich immer was, über das man herziehen kann. Ein paar Beispiele gefällig?

„Schau mal, wie die sich gehen lässt. 5 Kinder und so dick!“

„Die lebt sicher auf Kosten ihres Mannes, hockt ja den ganzen Tag mit ihrem faulen Arsch daheim!“

„Deren Kinder laufen im Februar barfuß. BARFUSS! Verantwortungslos ist die. Oder nicht in der Lage, ihre Blagen zu erziehen!“

„Schau mal, wie viel Süßkram und Mist die im Einkaufswagen hat. Nicht einmal frisch kochen kann sie.“

„Und dann rennt die ständig in Sportklamotten rum, als ob sie sich nicht mal um ihre Kinder kümmern könnte!“

Kommt dir bekannt vor? Fühlst du dich ertappt? Ja, manchmal ist es leichter, sich durch Momentaufnahmen dazu verleiten zu lassen, Menschen – Mütter – in Schubladen zu stecken. Es ist einfacher, seinen Vorurteilen freien Lauf zu lassen, statt sich mit den Personen auseinander zu setzen oder sich bewusst zu machen, dass man hier gerade urteilt, obwohl man keinen einzigen Schritt in den Schuhen der anderen Person gelaufen ist.

Ich habe in den letzten Jahren immer wieder darüber geschrieben. Zum Beispiel, wie wir uns als Großfamilie finanzieren. Aber auch, welche Vorurteile ich selbst hatte, bevor ich Mama dieser wundervollen Truppe wurde. In meinem Text „Bist du nur Mama oder machst du auch was richtiges“ habe ich das Thema ebenso aufgegriffen. Ich muss mich nicht rechtfertigen, mache es aber dennoch, um vielleicht ein paar dieser Lästereien zu entkräften. Um vielleicht einfach mal einen Blick hinter die Fassade zu gewähren und auch zum Umdenken zu bewegen.

Im Team ist man stärker als als Einzelkämpfer. Das gilt auch für die Elternschaft. Warum wir die Missgunst unter Müttern beiseite schieben und uns mehr unterstützen sollten, erzähle ich dir in meinem Beitrag.

Ich bin selbst auch nicht frei von Vorurteilen!

Klar gibt es auch Situationen, in denen ich mir denke „Meine Güte, fabriziert die da Mist. So wäre es doch viel sinnvoller!“ . Und manchmal verdrehe ich (wahrscheinlich nur nicht innerlich) die Augen. Aber der Punkt ist, dass ich mir immer und immer wieder vor Augen führe, dass das nun eben Vorurteile sind und ich anderen meine Art zu leben unbewusst überstülpe. Gerade, wenn ich merke, hier packe ich meine Klischees aus und werfe Menschen – Eltern – in Schubladen, arbeite ich aktiv dagegen an und suche nach Hintergründen.

Oftmals ist es Frust, Neid oder fehlende Bereitschaft, andere Lebensweisen zu akzeptieren.

Ich für mich kann es mir nicht vorstellen, meine Kinder den ganzen Tag in der Kita und Schule betreuen zu lassen – weil ich es von zuhause aus auch nicht kenne. Ich kann es mir nicht vorstellen, nur ein Kind großzuziehen, weil meine persönliche Lebensplanung eine andere ist.  Aber wer bin ich, dass ich mir ein Urteil erlauben darf?

Jede Schwangerschaft ist anders, jede Geburt, jedes Wochenbett ist von Person zu Person, von Ereignis zu Ereignis unterschiedlich. Jeder Mensch hat andere Ausgangssituationen und Päckchen, die er zu tragen hat. Das wird oft einfach vergessen und schürt die Missgunst unter Müttern. Ich laufe nicht in deinen Schuhen und du nicht in meinen. Päckchen, die für mich unendlich schwer wirken, schulterst du vielleicht mit links. Und andersrum. Das fängt übrigens schon bei der Farbwahl für die Kinderkleidung an.

Und dann ist da noch der Neid. Davon kann ich mich auch nicht freisprechen. Wie oft denke ich mir, dass es schade ist, dass wir kein familiäres Netzwerk haben, das regelmäßig die Kinder abnimmt, damit ich durchatmen kann? Wie oft ärgert es mich, dass andere Eltern ihre Kinder woanders übernachten lassen können, während unsere Kinder diese Erfahrung nicht machen dürfen? Da dann zu unterscheiden zwischen „Ich beneide euch um eure Situation und gönne es euch nicht.“ und „Ich gönne es euch dennoch, weil ich weiß, wie sehr mir das fehlt!„, ist die Kunst.

Wenn wir Eltern zusammen halten, anstatt uns gegenseitig zerfleischen würden, hätten wir eine viel größere Macht, unsere Kinder in einem liebevollen Umfeld aufwachsen zu sehen. Warum wir den Fokus auf unser eigenes Leben legen sollten, erkläre ich dir hier.

Wo bleibt die Solidarität? Wo bleibt der Zusammenhalt?

Dieses Gekeife, das Lästern hinter vorgehaltener Hand, dieses Instruieren der eigenen Kinder, von anderen Kindern, deren Eltern man doof findet, fern zu bleiben, sehe ich interessanterweise zu 99% unter Müttern. Unter Müttern, die es doch eigentlich selbst besser wissen sollten. Denn aus Missgunst, Vorurteilen und Lästereien entsteht selten etwas Gutes. 

Wo bleibt die Solidarität? Wo bleibt die Akzeptanz gegenüber anderen Lebensweisen? Ja, wo bleibt die Fähigkeit, über den Tellerrand zu schauen und anderen etwas zu gönnen, was man selbst vielleicht nicht verstehen kann?

Was du dir für dich nicht vorstellen kannst, muss noch lange nicht falsch für jemand anderen sein. Was du für dich super findest, müssen andere nicht toll finden, aber sollten zumindest versuchen, es zu akzeptieren.

Wir würden alle so viel mehr erreichen, wenn wir miteinander arbeiten, statt übereinander herziehen würden. Findest du nicht? Wenn wir andere Meinungen und Lebensweisen akzeptieren, statt Missgunst unter Müttern weiter zu schüren.

Denn solange du das Wohl deiner Kinder im Fokus hast, kann es den anderen wurscht sein, ob du in Vollzeit arbeitest, komplett daheim bleibst, lieber Jogginghosen trägst oder auch mal ne Dose fürs Mittagessen öffnest. Und vielleicht sollten wir einfach mal lernen, umzudenken. Zu einem Miteinander, weg vom Konkurrenzkampf – für was eigentlich? Für mehr blanke Nerven?

Die Missgunst unter Müttern ist allgegenwärtig. Dabei täte uns allen Akzeptanz und Solidarität gut, da das Wohl unserer Kinder im Fokus steht! #kinder #familie #erziehung #eltern #elternschaft #mamablogger_de

Der Fokus sollte bei uns sein, nicht bei anderen!

Hast du dir schon einmal diese Fragen gestellt: Warum werte ich Menschen (ab), nur weil es nicht mit mir und meinem Leben konform geht? Womit bin ich in meinem eigenen Leben so unzufrieden, dass ich dies nach außen trage? Nein? Dann solltest du damit anfangen. 

Mach dir bewusst, dass du in Schubladen denkst. Sei dir bewusst, dass du diese Schubladen bewusst öffnen und neu sortieren kannst. Wir alle sind nur Menschen. Menschen mit eigenen Problemen, eigener Vergangenheit, eigener Lebensplanung und eigenen Hürden. Und vieles (nicht alles!) ist eine Sache der Perspektive. Wenn ich mit mir im Reinen bin, habe ich doch gar keinen Grund mehr, meinen Fokus und meine Unzufriedenheit auf andere zu projizieren oder?

Also: Arschbacken zusammen kneifen, vor der eigenen Haustür kehren und in Verständnis und Nachsicht üben. Wir sind alle nicht perfekt und machen Fehler. Außerdem wäre es doch langweilig, wenn wir alle das gleiche wollten und lebten oder?

Neid und Missgunst macht außerdem ziemlich hässlich.

Für mehr Solidarität und Akzeptanz statt Missgunst unter Müttern. Denn im Endeffekt wollen wir alle nur das Beste für unser größtes Gut – unsere Kinder!

Herzlichst, die Julie

 

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