Ein gekaufter Adventskalender kann genauso liebevoll, aufmerksam und toll für Kinder sein, wie ein selbst gebastelter und gefüllter.
Gedankenwelt, Life

Ein gekaufter Adventskalender? Ich Rabenmutter!

Lasst uns über ein ernstes Thema reden. In meiner Rolle habe ich komplett versagt. Denn es wird ein gekaufter Adventskalender für meine Kinder. Also eigentlich fünf.

Schande auf mein Haupt. Die sonst so kreative, immer vorausschauend planende Mutter hat es verkackt. Total. Hier gibt es also diese billigen Schokokalender aus dem Discounter. Und nur die. Ich hatte nämlich weder die Zeit noch die Lust noch die Kapazitäten für liebevoll gebastelte Klorollenpinguine, gefaltete Winterdörfer oder ein Astmobile mit Säckchen.

Im Gegenteil. Ich war mit einer OP beschäftigt, hangelte mich von Arzttermin zu Arzttermin, durchwachte die Nächte mit meinen Kindern. In der vielen wachen Zeit hätte ich ja wenigstens Gedanken sammeln können, was man in die Kalenderpäckchen packt oder? Aber nö! Nix da.

Sogar der Adventskranz ist gekauft. GEKAUFT! Nix mit liebevoller Materialsuche, Inspiration über Pinterest und selbst Kerzen ziehen. Und dann auch noch einer ohne Grünzeug, weil ich keine Lust auf den Dreck hab. Rabenmutter eben. Wie sollen die Kinder so ein schönes und liebevolles Weihnachtsfest erleben? Verwahrlosung! Ganz klar!

Und jetzt mal ehrlich: Ein gekaufter Adventskalender ist kein Beinbruch!

Im Advent geht es nicht darum, wer sich da am kreativsten ausgelassen hat. Es geht nicht darum, dass man die Eltern vom Ferdinand-Waldduft übertrumpfen muss. Es geht um eine besinnliche Zeit mit der Familie. Darum, sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren (wie auch immer die für dich persönlich aussehen mögen) und dankbar dafür zu sein, wo man steht und wen man dabei an seiner Seite hat.

Dieses Jahr haben wir uns bewusst dafür entschieden, für jedes Kind nur diesen Adventskalender aus Schokolade zu kaufen. Kein Playmolegoschleichnivea-Dings. Wir wollten bewusst, dass wir als Familie bei keinem etwas mehr oder etwas weniger im Kalender haben. Dass keiner sich benachteiligt oder ausgeschlossen fühlt. Und gerade im Hinblick auf den kleinen Keks, der jetzt mit 18 Monaten sehr wohl weiß, wie toll Süßigkeiten schmecken und was er alles haben möchte, ist der Adventskalender mit kleinen Schokomotiven absolut richtig.

Weg mit dem schlechten Gewissen!

Denn: Weder habe ich versagt, weil ich dieses Jahr einen Kalender gekauft habe, noch hast du versagt, wenn das Weihnachtsmenü mit Tütchen gekocht wird. Jeder hat seine Stärken und Schwächen. Jeder setzt seine Prioritäten anders. Deswegen sind meine Kinder nicht glücklicher oder unglücklicher als deine.

Außerdem ist es doch eigentlich ganz schlau. Wenn ich selbst festlegen kann, wofür ich meine Kräfte einsetze und wo meine Stärken liegen, dann kann ich doch die Dinge, die mir sonst unnötig Kraft und Zeit rauben, einfach um- und auslagern. Ich, in meinem Fall, backe unheimlich gern und werde bald in die Plätzchenproduktion gehen. Dafür habe ich beim Basteln, wie du an meinen DIY-Tipps oft siehst, zwei linke Hände und mag es da so einfach wie möglich.

Jeder macht so, wie er kann und möchte. Hauptsache ist doch, dass wir unsere Kinder lieben, ihnen genau das vermitteln – ob mit gekauftem Kalender, gekauften Plätzchen oder alles selbstgemacht – und die Adventszeit gemeinsam genießen oder?

Meine Mama erzählt immer wieder, wie schön es damals war, als es in der Apotheke diese Kalender gab, in denen man jeden Tag ein Türchen öffnen und dahinter ein Bildchen entdecken konnte. Ein simples schönes Bild. Diese Kalender gibt es übrigens heute noch und ich finde sie wunderschön. Ein kleines bisschen Nostalgie.

In diesem Sinne: Ein Hoch auf die Adventskalenderhersteller. 

Egal ob mit Schokolade, Spielzeug oder Pflegeprodukten. Danke fürs Abnehmen dieser Arbeit. Denn die Kapazitäten habe ich nun frei für Plätzchen, Dekorationen und andere Dinge.

Falls du den Kalender selbst füllen möchtest und noch Ideen suchst, habe ich hier übrigens noch einige tolle Dinge zusammen gefasst. Und wer weiß, vielleicht sind wir nächstes Jahr wieder am Start mit Tütchen, Türmchen, und so weiter.

Ganz vergessen: Ein Adventsbuch darf bei uns natürlich auch nicht fehlen. Denn das lässt die Reserven wieder auftanken. Bei gemeinsamem Kuscheln und Vorlesen.

Und wie sieht es bei dir aus? Team „Gekauft“ oder Team „Bastelfee“? Erzähl mal! 🙂

Herzlichst, die Julie

 

Merke es dir für später:

Ein gekaufter Adventskalender kann genauso liebevoll, aufmerksam und toll für Kinder sein, wie ein selbst gebastelter und gefüllter. Im Advent kommt es auf andere Dinge an. Besinnlichkeit, Familie, Liebe! Hör auf zu vergleichen, du machst das toll!

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3 Comments

  1. Team „selbst befüllt“. Wir haben Beutel, die wir immer wieder nutzen. Also theoretisch. Ich möchte gerne neue Beutel machen. Stoff ist bestellt und kommt nächste Woche. Wenigstens der Kalender für die Jüngste muss genäht werden, sie hat noch keinen. Wenn ich nicht alle 3 schaffe, bekommen die beiden Großen nochmal die alten Beutel.
    Inhalt eingekauft hab ich heute.
    In den letzten Jahren hatten wir auch immer mal gekaufte Kalender, weil die Kinder sich das gewünscht haben.

    Ich hab dagegen schon fertigen Plätzchenteig da. Nur noch in Scheiben schneiden und backen. Und ich hab kein schlechtes Gewissen deswegen 😉
    LG von TAC

    1. Das ist so wundervoll, dass du das auch so siehst. Ein schlechtes Gewissen ist absolut unnötig. 🙂

      1. Melanie says:

        Hallöchen,
        ich habe für unsere fünf Kinder (unser sechster Schatz ist erst 8 Wochen jung) jedes Jahr die vorgefertigten Kalender aus Filz. Ich befülle die Kalender jeden Abend (ansonsten wird geplündert 😉). So kann ich wunderbar variieren. Mal kaufe ich einfach eine Packung Hanuta, Schokoriegel oder Lolli und alle paar Tage so etwas wie Zopfbänder, Pixi Bücher oder pflegende Gesichtsmasken für die großen Mädchen. Ich gehe auch durchaus Dinge erst am 10.12 für die folgenden Türchen kaufen. Man ist so spontan und keiner merkt etwas 😁. Ich finde man übertreibt heutzutage so viel. Alleine die großen Geschenke zum Nikolaus der Mitschüler meiner Kinder oder Geschenke der anderen Kinder zwischen 20 und 30 Euro. Das muss ja nicht sein. Ich finde die Kinder können so die Wertschätzung nicht so leicht lernen und halten vieles für selbstverständlich, was nicht selbstverständlich ist. Ich wünsche euch eine schöne Vorweihnachtszeit.
        Herzliche Grüße Melanie 😊

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