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Hat man als Mama ein Lieblingskind?

Eigentlich habe ich mir diese Frage nie gestellt. Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, ob ich ein Lieblingskind habe.

Neulich kam die Diskussion in einem Elternforum auf. Es wurde gefragt, ob man ein Kind hätte, das man mehr liebt als die anderen. Ob man ein Kind bevorzugen würde. Der Verlauf der Gedanken anderer Eltern zum Thema Lieblingskind hat mich dann doch zum Nachdenken angeregt.

Und auch meine Kinder selbst beschäftigen sich damit, weil es eben ab und an doch vorkommt, dass sie sich ungerecht behandelt fühlen, weil ein Geschwister gerade mehr darf, mehr Beachtung bekommt, weniger für Aufgaben herangezogen wird.

Hat man als Mama ein Lieblingskind?

Ich für mich kann ganz klar sagen: Nein! Ich habe kein Kind, das ich den anderen vorziehe. Kein Kind, das bei mir einen höheren Stellenwert oder mehr Liebe einnimmt. Aber ich habe fünf komplett unterschiedliche Kinder. Sie sind nicht gleich und dementsprechend behandle ich sie anders.

Während ich eine Große habe, die ihre Gefühle gern versteckt und sich selbst ständig infrage stellt, gibt es da zum Beispiel noch den Zwerg, der unheimlich impulsiv und doch ein totaler Kopfmensch ist. Ich habe eine Prinzessin, die nachtragend wie ein Elefant ist und einen Frosch, der noch so gar nicht weiß, wohin mit seinen Gefühlen. Würde ich sie alle gleich handhaben, kämen sich mindestens drei von vier Kindern ungerecht behandelt vor. Das Baby lasse ich da mal außen vor.

Wenn ich also morgens schallplattenartig etwa 300mal erwähne, dass die Große bitte endlich in die Pötte kommt, steht die Prinzessin schon seit Ewigkeiten fertig gestriegelt in den Startlöchern und verdreht genervt die Augen. Die Große braucht aber diese ständige Erinnerung, sonst würde sie bis nach Schulanfang die Zeit einfach verbummeln. Ohne böse Absicht, aber sie ist nun einmal so. Und während der Zwerg ein unheimlicher Kopfmensch ist, der eine vernünftige Erklärung (bitte mit These, Argument und Beispiel) braucht, warum er zum Beispiel sein Zimmer aufräumen soll und sich dann auf seine Schwestern verlässt, reicht es beim Frosch, ihn mit einer Folge seiner momentanen Lieblingsserie zu bestechen.

Jedes Kind hat seine Momente!

Bei jedem Kind erlebe ich Momente, in denen ich an meine Grenzen gerate. Diese Momente sind so individuell wie die Kinder selbst. Momente, in denen ich sie – völlig unabhängig voneinander – gern im Wald aussetzen würde. Leider kennen sie die Adresse. Nein, Spaß beiseite. Du weißt hoffentlich, was ich meine.

Genauso gibt es Momente, in denen ich alles durch eine rosarote Brille sehe und eines meiner Kinder situativ glorifiziere. Beim Klaviervorspiel zum Beispiel. Oder wenn der Tanzauftritt reibungslos klappt. Und auch, wenn Kind dem anderen wie selbstverständlich die Hand auf dem Spielgerüst reicht oder mir eine wirklich gelungene Zeichnung aus dem Kindergarten mitbringt. Ja, dann steht gerade dieses eine Kind im Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit.

Wie siehst du das? Hast du ein Lieblingskind?

Katarina von Blogprinzessin schrieb zum Beispiel einmal, dass sie situationsbedingt immer wieder ein Lieblingskind habe. Das wechselt sich ab. Und auch Kathrin von ÖkoHippieRabenmütter ist der Meinung.

Jule von Chaos&Queen argumentiert da dann doch eher wie ich und sagt, sie hat kein Lieblingskind. Und ihren Schlusssatz möchte ich liebend gern mit übernehmen:

Ich habe kein Lieblingskind! Das ist heute so und ich hoffe sehr, dass es für immer so bleiben wird. Dass ich jedes Kind immer für den Charakter und die Eigenschaften liebe, die es ausmacht. Jedes zu gleichem Anteil.

Nur weil ein Kind in einer bestimmten Situation rationaler, verständiger oder aufmerksamer reagiert, erkläre ich es nicht zu meinem Lieblingskind. Ich habe 5 Kinder in 5 verschiedenen Altersstufen und jede hat, genauso wie die unterschiedlichen Charaktere, etwas für sich. Und in jedem Alter finde ich etwas, das mich die Haare raufen lässt.

Meine Kinder sind unterschiedlich und sich dennoch ähnlich. Und vor allem sind es meine Kinder, Wunschkinder, die ich unter meinem Herzen, eine Zeit in meinem Arm und immer in meinem Herzen trage. Unabhängig davon, ob einer empathischer reagiert oder eine weniger Schabernack im Kopf hat. Sie sind alle toll!

Herzlichst, die Julie

 

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2 Comments

  1. Liebe Julie,
    dein Artikel hat mich sehr interessiert. Tatsächlich denke ich nämlich momentan darüber nach, etwas zu diesem Thema zu schreiben. Immer wieder wird das bei uns zu Hause nämlich thematisiert „mit dem motzt du nicht so“, „der hat mehr bekommen als ich“ usw… Ich habe drei Jungs und ich habe definitiv kein Lieblingskind. Dennoch spreche ich manchmal mit meinem Mann darüber, ob es auf andere so wirken könnte. Denn der ganz Kleine ist erst 14 Monate, und wir betonen andauernd wie süß er doch ist. Manchmal frage ich mich, ob ich den Mittleren bevorzuge. Durch seine wirklich sehr emotionalen Ausbrüche bekommt er ganz offensichtlich ja mehr Aufmerksamkeit. Auch wenn das oft auch mal negative in Form von Schimpfen ist. Der Große hingegen wird ständig für seine Ordnung und schulische Leistung gelobt. Manchmal habe ich Angst, dass es unbewusst doch ein Liebkingskind gibt. Aber dann schaue ich sie alles drei an und habe jeden auf seine Art und Weise gleich lieb ❤️ Jeder ist eben anders und jeder braucht eine andere, individuelle Behandlung. Nur dann behandelt man sie gleich gut 😊 Ganz liebe Grüße, Vreni

    1. Danke dir für deinen lieben Kommentar. Wenn unterschiedliche Bedürfnisse vorhanden sind, muss man eben auch unterschiedlich agieren. Ich finde, du machst einen wundervollen Job. Und dass du hinterfragst und dir Gedanken machst, zeigt ja auch, wie wichtig dir alle drei Jungs sind.

      Viele liebe Grüße

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