So gestaltet sich der Beikoststart für dich und dein Kind entspannt. Ich verrate dir meine Tipps und Tricks und gebe dir ein paar sinnvolle Lektüren dafür in die Hand.
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Meine Tipps zum Beikoststart // Wann ist mein Baby so weit?

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Im Freundeskreis, aber auch hier und auf Facebook werde ich immer wieder gefragt, wie das hier mit dem Beikoststart lief. Ob es da irgendein Schema gibt, nach dem man vorgehen kann? Verhalten sich alle Kinder gleich oder gibt es da Unterschiede? Und wann fingt man denn am besten an? Fragen über Fragen, die ich nun nach und nach beantworten und ein paar Tipps mit an die Hand geben möchte. Auch Moana von Miss Broccoli hat dazu hier schon einmal geschrieben.

Fünf Kinder – fünfmal anders

Eigentlich könnte man ja meinen, wenn fünf Kinder aus dem gleichen Elternhaus kommen, verläuft der Beikoststart relativ ähnlich. Dachte ich auch mal. Tja, Pustekuchen! Hier haben nämlich alle Kinder unterschiedlich angefangen und alle Kinder hatten von vornherein etwas, womit sie besser und schlechter zurecht kamen.

Die Große saß mit 3 Monaten schmatzend und gierend am Tisch. Sie weinte immer, wenn wir aßen und somit fingen wir ganz klassisch mit Brei an. Natürlich kam mir das unheimlich früh vor, doch die Hebamme bestärkte mich, da alle Anzeichen passten. Nach wenigen Wochen aß sie immer ihre Mahlzeit Brei mit vom Tisch und war schlagartig ausgeglichener. Bis heute liebt sie übrigens jegliches Gemüse in pürierter Form. Aber am Stück? Geht gar nicht. Was die Große aber ab etwa einem halben Jahr brauchte, war die Sicherheit, Essen in der Hand zu haben, das sie sich in den Mund schieben konnte, wenn der Breilöffel zu langsam war.

Die Prinzessin legte noch eine Schippe drauf und zeigte mit 10 Wochen die ersten Reifezeichen. Mit dem Abstillen begann sie auch direkt mit selbstgekochtem Babybrei. Diesmal lief es entspannter und weniger nach Vorgaben ab. Ich verließ mich einfach auf mein Gefühl und achtete darauf, ob sie das Gesicht verzog, wenn ich ihr etwas gab. Mit etwa 9 Monaten aß sie ganz normal vom Tisch mit (oder was ihre Schwester ihr in den Mund schob).

Dann war da der Zwerg. Mit 7 Monaten versuchte ich zaghaft, ihm etwas Essen unterzujubeln. Er würgte und fing an zu weinen. Bis er 11 Monate alt war, ernährte er sich rein von der Brust. Dieser kleine Mensch war einfach noch nicht so weit. Dann fing er zaghaft an mit Brei. Sobald Stückchen darin vorkamen, war es vorbei. Das hielt sich sogar, bis er etwa 2 Jahre alt war.

Der Frosch war wieder herrlich unkompliziert. Ich hatte weder die Muse noch die Zeit, für ihn einzukochen und so begann er mit etwa 5 Monaten mit Quetschkartoffel und Leinöl. Relativ schnell aß er vom Tisch mit. Ohne großes Drama, ohne es großartig zum Thema zu machen. Er ist bis heute übrigens ein sehr unkomplizierter Esser.

Und dann ist da noch der Keks, der nach 3,5 Monaten im Urlaub so herzzerreißend am Esstisch weinte, dass er eine Paprika in die Hand gesteckt bekam und zum glücklichsten Baby der Welt mutierte. Brei? Damit muss man ihm weg bleiben. Er mag kauen und matschen und mit allen Sinnen essen. Macht es für mich während des Essens zwar um einiges einfacher, ist aber im Anschluss weit aufwändiger. Denn wer muss die Sauerei wieder vom Boden kratzen? Ich.

Babykekse

Reifezeichen für den Beikoststart

Wenn du dein Baby genau beobachtest, merkst du ziemlich schnell, ob es soweit ist oder noch ein bisschen braucht. Manchmal sind wir Eltern ja ein bisschen vorschnell, um mit den fantastischen Geschichten der anderen Eltern mithalten zu können. Und manchmal trauen wir unseren Babys noch gar nicht soviel zu, obwohl sie soweit sind. Deshalb ist es wichtig, dass du dein Kind genau im Blick hast.

Auf folgende Zeichen solltest du achten, wenn du mit der Beikost für dein Kind beginnen möchtest:
  • Das Baby ist am Essen interessiert, verfolgt den Bewegung deiner Gabel zum Mund und lässt sich kaum ablenken
  • Dein Baby sollte das Köpfchen schon von allein halten können.
  • Das Baby kann im besten Fall schon eine kurze Zeit sitzen, ohne dass es zur Seite wegrutscht.
  • Wenn du etwas isst, wird das mit Schmatzen (und ausgestreckten Ärmchen zum Essen)
  • Der Zungenstoß-Reflex deines Babys ist mittlerweile abgeschwächt und es schiebt nicht reflexartig alles aus dem Mund

BLW oder Brei – was eignet sich besser?

In letzter Zeit begegnen mir immer wieder Sätze wie „Brei ist nicht artgerecht“ oder „Das Baby muss mit allen Sinnen essen“ . Ich hatte hier Breikinder, die total klassisch nach der typischen Brei-Beikost ernährt wurden, ich hatte ein Baby, das auch nur beim Ansatz von fester Nahrung zu würgen begann und ein Baby, das beim Anblick von Brei empört das Gesicht verzieht und nach meinem Teller mit festem Essen zum Kauen greift.

Ich finde weder das eine noch das andere artfremd! Es gibt Babys, die bevorzugen es, alles in der Hand zu halten und zu matschen und es gibt Babys, die sind glücklich über jeden Löffel Brei, den sie kriegen. Wenn man sich die Primaten anschaut, merkt man, dass auch da die Babys ab und an vorgekautes, also gematschtes Essen aus dem Mund der Mama fischen. Artfremd ist also etwas anderes – zum Beispiel eine Wissenschaft daraus zu machen, in welcher Geschwindigkeit man den Löffel zum Mund führen sollte und solcher Hokuspokus.

Hier findest du mein Rezept für beikosttaugliches Bananenbrot.

Mit welcher Mahlzeit fängt man an?

Im Prinzip ist es vollkommen egal. Die meisten gängigen Bücher und auch Hebammen empfehlen meistens den Mittagsbrei bzw. die Mittagsmahlzeit. Hierbei solltest du nur darauf achten, dass dein Baby ausgeschlafen und bereit dafür ist. Du kannst also anfangen, mit welcher Mahlzeit zu möchtest, solange dein Baby gerade fit ist. Fange mit kleinen Portionen an und steigere es langsam. Dein Baby zeigt ziemlich genau, ob es mehr möchte oder die Nase voll hat.

Gläschen oder selbst kochen?

Hier scheiden sich wirklich die Geister. Ich kann dir weder sagen, dass das eine besser als das andere ist, noch habe ich bemerkt, dass sich das eine oder andere signifikant auf die Entwicklung meiner Kinder auswirkt. Wenn du also die Zeit hast und es deinem Gewissen gut tut, dann koche am besten selbst. Vor allem auch, wenn das Mäuschen das Essen selbst halten und „erfahren“ soll. Wenn du die Zeit nicht aufbringen kannst oder möchtest, macht das Gläschen aber einen genauso guten Job.

Da musst du wirklich für dich selbst entscheiden, womit du dich wohl fühlst. Aber auch, was dein Kind von dir verlangt. Ich habe hier wie gesagt nun ein Baby, das Brei absolut doof findet, außer dieser ist süß und wird unter Haferflocken gerührt. Ansonsten bitte alles vom Tisch. Dabei hätte ich einkochen können, was ich will, der Keks hätte es verweigert. So habe ich es bequem und mein Baby isst nun eben alles, was wir auch essen – nur weit weniger gewürzt. Der Zwerg dagegen liebte selbst gekochten Brei und fand alles andere doof.

Ein bisschen musst du dich also auch nach deinem Baby richten, denn das gibt sowohl das Tempo als auch die Konsistenz und Geschmacksrichtung vor.

Ersetzt die Mahlzeit die Milch?

Erst einmal nein! Beim Beikoststart soll die Milch auf alle Fälle noch ergänzend gegeben werden. Denn die homöopathischen Mengen, die das Baby am Anfang zu sich nimmt, decken nie und nimmer den Kalorien- und Vitaminbedarf deines Babys. Je mehr dein Kind jedoch isst und je fester die Nahrung ist, desto höher ist der Bedarf an Flüssigkeit und du kannst zusätzlich immer wieder Wasser oder ungesüßten (!!) Tee anbieten.

Hier ist es aber auch so, dass dein Baby dir genau zeigt, ob es noch die Brust oder Flasche möchte – und dem solltest du auch nachgeben, denn Babys haben noch ein natürliches Durst- und Hungersättigungsgefühl.

Buchtipps und Leküren zum Beikoststart

Nun habe ich noch ein paar Buchtipps für dich. Falls du einfach noch ein bisschen Lektüre suchst, die dich beim Beikoststart unterstützen und an der Hand nehmen soll. Manchmal ist es nämlich gar nicht so verkehrt, sich ein bisschen durch Rezepte zu wühlen, Erfahrungen anderer zu lesen und Empfehlungen von Fachleuten anzunehmen.

 

Wichtig ist hierbei wirklich nochmal zu erwähnen, dass dies Empfehlungen und keine Gesetze sind. Du musst für euch selbst den richtigen Weg finden.

Was du sonst noch zum Beikoststart brauchst

Natürlich ist es mit Büchern nicht getan. Dein Baby sollte im Bestfall in einem Hochstuhl oder eine Wiege sitzen, aber nicht flach liegen, da sonst die Verschluckungsgefahr zu groß ist. Im Idealfall hast du Lätzchen, an denen dein Baby seine Patschehände abputzen kann und die herunter fallendes Essen auffangen.

Auch passendes Geschirr und passende Löffelchen sind nicht unwichtig, denn die typischen Kaffeelöffel, die wir haben, sind für Babys ziemlich unangenehm im Mund. Weiche Löffelchen (wie diese hier) sind dagegen auch ideal, wenn die Mäuschen langsam anfangen, selbst essen zu wollen. So ist die Verletzungsgefahr direkt verringert. Und Tellerchen sollten am besten eine Anti-Rutsch-Beschichtung haben (so wie diese wundervollen Teller hier), weil es ansonsten sehr faszinierend für die Kleinsten ist, was passiert, wenn sie sie „den Abgrund hinabstürzen“.

Wenn du selbst einkochen und vorkochen möchtest, kannst du wunderbar für die erste Zeit alte Eiswürfelbehälter aus Silikon verwenden. oder du nutzt kleine Brotzeitdosen. Du kannst vorgekochten Brei aber auch einfach noch kochend in ausgespülte Gläser füllen und schnell verschrauben, sodass sie darin über mehrere Wochen halten.

Wenn Babys essen lernen: mein Fazit

Sieh dem Beikoststart entspannt entgegen und versuche, daraus keine Religion zu machen. Du siehst an mir, dass jedes Kind wirklich anders reagiert und auch eine andere Herangehensweise braucht. Wichtig ist dabei, dass du deinem Kind die Zeit gibst, die es braucht – wie bei allen Dingen. Das hier ist kein Wettbewerb, wer sein Baby „mehr artgerecht“ und schneller mit Essen vollstopft.

Wenn du dir allzu unsicher bist, frag deine Hebamme nach Rat und Hilfe. Die weiß in der Regel übrigens auch mehr darüber Bescheid als die meisten Kinderärzte. So zumindest ist meine Erfahrung.

Und jetzt wünsche ich dir einen entspannten und stressfreien Beikoststart, eine starke Waschmaschine und die Gelassenheit, deinem Baby den Raum zu geben, den es für die ersten Schritte in Richtung Familientisch braucht.

Herzlichst, die Julie

 

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Ich entmystifiziere den Beikoststart und gebe dir einige Tipps an die Hand, wie du mit deinem Baby den Start zum Essen erleichterst und entspannt gestaltest. #beikost #beikoststart #blw #babyledweaning #baby #essen #kinder #mamablogger_de

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2 Comments

  1. Ich finde es immer ein wenig schade, die verunsicherten Mütter zu sehen, die versuchen, Beikost streng nach Plan einzuführen. Also Start Mittags mit Möhre für eine Woche, dann Möhre und Kartoffel, dann Möhre, Kartoffel und Fleisch, dann Abendbrei usw.

    Also einerseits kann so ein Plan natürlich auch Sicherheit geben, aber eben auch das Gegenteil, wenn das Kind dann andere Pläne hat.

    Deshalb plädiere ich auch für „Alles ist möglich und erlaubt“.
    ..naja, fast alles

    1. Liebe Ariane,
      ich denke, ein fixer Plan kann wirklich Sicherheit geben. Leider verunsichert es eben auch, wenn das Kind da so gar nicht mitspielt. Deswegen war es mir wichtig, dass ich genau das aufgreife. Kinder holen sich in dieser Zeit idR. genau das, was sie brauchen.

      Liebe Grüße

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