Family, Gedankenwelt, Schulkind

No. 2 wird zum Schulkind

Die erste Einschulung

Vor exakt zwei Jahren war ich schon einmal in der gleichen Situation. Es war noch ein halbes Jahr bis zur Einschulung der Großen und es gingen mir so unendlich viele Dinge durch den Kopf. Wie wird es sein, ein Schulkind zu haben? Was ändert sich mit dem Eintritt in die Schule? Ist mein Kind denn nicht eigentlich zu jung dafür und sollte die Zeit bis zur „Reglementierung“ viel länger auskosten?

Nach 1,5 Schuljahren und einigen Höhen und Tiefen weiß ich, dass ich mir bei den meisten Dingen unnötig Stress gemacht habe. Mein Kind hat seinen Weg und seinen Platz gefunden, fühlt sich in der Klassengemeinschaft wohl und geht gern zur Schule.

No. 2 wird eingeschult

Jetzt ist die Prinzessin am Zug. Ein bisschen mulmig ist mir schon, wenn ich bedenke, dass nun schon bald das zweite Mäuschen die Schulbank drücken und genervt von den Hausaufgaben, den Lehrern und den sich selbst auferlegten Ansprüchen sein wird. Und ein bisschen Angst habe ich schon, dass sie sich schwer tun wird, in die Klassengemeinschaft aufgenommen zu werden, kennt sie die Kinder doch nur vom Kinderturnen, weil sie in einen anderen Kindergarten geht.

Natürlich haben wir auch jetzt schon „Vorkehrungen“ zur Einschulung getroffen. Der Fotograf ist reserviert – ja, hier gibt es traditionell zur Einschulung tolle professionelle Fotos, der Schulranzen ist schon ausgesucht und wartet auf seinen Einsatz. Auch hängt schon das für sie perfekte Kleid zur Einschulung bereit. Es kann also losgehen.

Ein paar Unterschiede

Die Große wollte vor zwei Jahren partout nicht zur Schule. Nicht, weil sie nichts lernen wollte, sondern weil sie Angst vor der neuen Situation hatte. Je mehr wir versuchten, ihr die Schule als tollen Ort des Lernens zu vermitteln, desto mehr machte sie dicht und verfiel in Panik. Vielleicht auch, weil sie merkte, wie unsicher wir Eltern uns waren, obwohl wir ihr anderes vermitteln wollten. Außerdem wurde die Große erst eine Woche nach der Einschulung sechs Jahre alt, war also die Jüngste.

Im Gegensatz zur Großen freut sich die Prinzessin schon richtig. Sie zählt die Monate bis zur Einschulung, durchwühlt regelmäßig ihren Schulranzen und widmet sich immer und immer wieder ihrem großen Plakat mit den Buchstaben. Die ersten Leseversuche hat sie auch schon hinter sich. Und weil ihr Rechnen unheimlich Freude bereitet, sitzen wir regelmäßig zusammen und rechnen ausgedachte Aufgaben im 20er Bereich.

Diesmal wird alles anders… zumindest fast

Diesmal, ja, diesmal freuen wir uns wirklich auf die Schule und die Zeit, die auf uns zukommt. Denn unser Kind wird weder seiner Kindheit beraubt, noch verliert sie dadurch Zeit. Im Gegenteil. Sie erweitert ihren Freundeskreis, ihren Horizont und kann ihren Wissensdurst nochmal anders füllen als durch die Dinge, die wir Eltern ihr vermitteln können.

Und auch, wenn auch diesmal ein kleines mulmiges Gefühl sich im Bauch breit macht, wissen wir eigentlich, sie schafft das. Unsere Prinzessin wird die Klasse erobern und mit der Einschulung ein neues Königreich regieren. Das der Hausaufgaben und Rechenspiele, der hochwohlgeborenen Schrift und der ersten Schreibversuche, das der neuen Lieder und königlichen Handwerkskünste.

Dieses Mal bin ich einfach entspannter, sind wir entspannter. Wir wissen, was auf uns zukommt. Und wir wissen, dass wir mehr Vertrauen in unsere Kinder haben müssen. Denn sie finden ihren Weg in ihrem Tempo und auf ihre Weise.

Und ehrlich, den Druck zur Einschulung machen im Endeffekt doch wir Eltern uns und nicht die Kinder oder?

 

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