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Nimm dir Zeit

In der heutigen Zeit herrscht so viel Hektik, Stress und Unmut. Warum eigentlich? Wer setzt uns diesen Termindruck? Wer stellt an uns die Erwartung, dass alles husch husch, hauptsache schnell und in Eile, erledigt sein muss? In erster Linie doch wir selbst! Kennst du dich denn noch selbst? Weißt du eigentlich, wie du bist, wenn du zu dir gefunden und dir eine Ruhepause gegönnt hast?

Dies ist ein Aufruf an dich, ein Gedankenanstoß. Nimm dir Zeit, geh in dich und überlege dir, was dir wichtig ist. Streiche, was dich belastet und setze den Fokus auf das, was der Seele gut tut.

Was ich mache, wenn ich merke, der Stress überrennt mich: Ich gehe raus in die Natur und laufe. Ohne Ziel, ohne feste Strecke. Es macht den Kopf wunderbar frei und nebenbei setzt die Bewegung auch noch Glückshormone frei. Was könnte es also besseres geben? Andere machen Sport oder spielen am PC, um sich abzureagieren. Da muss jeder seinen Weg finden. Wichtig ist nur, dass man auf die Signale des Körpers und der Seele hört.

Auch im Alltag ertappe ich mich immer wieder, dass meine Ansprüche an mich und meine Umwelt einfach sehr hoch geschraubt sind – manchmal zu hoch. Da gilt es dann zu überdenken, ob es wirklich notwendig ist oder ob ich über meinen Schatten springen und mal alle Fünfe gerade sein lassen kann. Oft fällt mir das ziemlich schwer, erleichtert mich aber im Endeffekt.

Ich nehme mir aber ebenso die Zeit für scheinbar unwichtige Dinge. Manchmal sitze ich einfach nur im Gras und lasse mir gefühlte 300 Kleeblüten von meinem Frosch in die Hand legen, der auf jedes „Danke“ mit freudigem Glucksen reagiert. Auch beim Spazieren gehen nehme ich mir die Zeit und halte alle paar Meter an, um meinen Kindern zu erklären, wann der Mais reif ist, welche Schmetterlingslarve gerade auf den Brennnesseln herumturnt, dass es schwarze und braune Eichhörnchen gibt. Oder, um ihnen genügend Zeit zu geben, den tausendsten „schönsten Stein meines Lebens, Mama“ zu sammeln.

Und wenn dafür das Haus phasenweise im Chaos versinkt, die Kleidung abends mehr Sand beinhaltet als der Sandkasten, das Essen eben später auf dem Tisch steht oder es dafür mal nur Butterbrote mit Kresse gibt – so what? Dafür weiß ich, ich habe mir Zeit genommen, Erinnerungen geschaffen und mir ein glückseliges Lächeln meiner Kinder eingefangen. Von sauber geschleckten Wohnungen und der Hetzerei von Termin zu Termin wird keines meiner Kinder später freudig erzählen, da bin ich mir sicher. Aber von den Käfern, deren Beine so lustig auf der Hand kitzeln, der Sonne, die sich so toll im Wasser spiegelte, werden sie zehren. So, wie ich vom Strahlen dieser Kinderaugen.

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