Ein Kaiserschnitt Geburtsbericht einer geplanten Bauchgeburt. Ein positiver Geburtsbericht über diesen medizinischen Eingriff.
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Unser Babymädchen ist da // Ein Kaiserschnitt-Geburtsbericht

Heute vor 2 Wochen wurde unser 6. Wunschkind per Bauchgeburt entbunden. Seit 14 Tagen bin ich nun also 6-fache Mama und hatte einiges an Zeit, um mir zu überlegen, ob ich einen Geburtsbericht veröffentlichen möchte. Und weißt du was? Ja, ich will. Denn ich möchte mit diesen Vorurteilen über kalte OP-Säle und still vor sich hin werkelnde Ärzt*innen aufräumen. Ich möchte hier einen positiven Kaiserschnitt-Geburtsbericht verfassen, der vielleicht auch Mut macht.

Mein geplanter Kaiserschnitt – ein positiver Geburtsbericht

Die Vorbereitungen auf den Kaiserschnitt

Die Nacht vor dem Kaiserschnitt konnte ich nicht schlafen. Habe ich auch alles gepackt? Wurde nichts vergessen? Wie würde es mit den Kindern klappen, die von einer lieben Freundin in der Zeit betreut würden?

Morgens um 6 stand meine Freundin dann da und scheuchte uns aus dem Haus. Um kurz vor 7 Uhr kamen wir im Krankenhaus an, gingen in den Kreißsaal und wurden von einer liebevollen Hebamme empfangen. Während bei mir noch einmal ein CTG geschrieben wurde, wurde bei Manuel ein Schnelltest gemacht, wie das nun seit der Pandemie üblich ist. Außerdem durfte ich mich schon in eines dieser sexy OP-Hemdchen kleiden. Wie ich erfuhr, war die Bauchgeburt unseres Wunschkindes für etwa 9 Uhr angesetzt.

War ich nervös? Ja, verdammte Axt. Kennst du das Gefühl, wenn es dir den kompletten Rücken und Magen zusammen zieht, während du eine Achterbahn hoch fährst? Stell dir das als Dauerzustand vor.

Die Geburt

Pünktlich gegen 9 kam der Anruf aus dem OP, dass wir vorfahren dürfen. Also ab aufs Bett und damit in den OP. An meiner Seite immer mein Mann und die Hebamme. Dort wurde ich schon von zwei Ärztinnen und einer weiteren Person empfangen, die mir meine Nervosität ansahen und mir beruhigend über die Schulter strichen. Also kletterte ich einmal rüber auf die Pritsche und wurde in den OP-Saal gefahren. Passenderweise die Nummer 6. Vorahnung? Wer weiß. Hier saßen dann nochmal 4 oder 5 weitere Menschen, die mich durch meinen Kaiserschnitt begleiten sollten.

Also wurden mir zwei Zugänge gelegt, mein Puls kontrolliert und ich durfte einen Katzenbuckel machen. Derweil zog sich Manuel passend für den Eingriff um. So eine OP-Haube ist unheimlich sexy … Ähm … Joa 😀 Nachdem die lokale Betäubung saß – die beiden Anästhesistinnen und der Oberarzt begleiteten mich die ganze mit lieben Worten, hielten mich und sprachen mir Mut zu – wurde die Spinalanästhesie gelegt. Ich wurde von oben bis unten mit Jod eingerieben und für den Eingriff vorbereitet. Dann durfte mein Mann endlich zu mir.

Ich legte mich also wieder flach, mein Bauch wurde abgedeckt, ein OP-Tuch in den Sichtbereich gehängt und wir quatschten und alberten. Meine Zehen wurden immer mehr taub, die Piekser an den Oberschenkeln und am Bauch spürte ich auch immer weniger, bis ich sagte, es fühle sich an, als ob alles eingeschlafen sei. Plötzlich fiel zwischendrin der Satz „Wir schneiden übrigens schon!“. Was? Wie bitte? So schnell? Ich habe nichts mitbekommen. Gar nichts.

Neugeborenes im Tag der Entbindung im Krankenhaus

Dann rüttelte es an mir. Das Rütteln spürt man ziemlich gut, Schmerzen spürt man dabei absolut keine. Das OP-Team quatschte, lenkte mich unheimlich gut ab und plötzlich sagte einer nur „9:56 Uhr!“.

Wenige Sekunden darauf wurde mir ein kleines Wesen voller Käseschmiere und Blut über das OP-Tuch gehalten, damit ich ihm Hallo sagen konnte. Und schon hörte ich ihre Stimme. Sobald sie abgenabelt war, wurde sie in ein Handtuch gewickelt und mir auf die Brust gelegt. So ein kleines wundervolles Wesen. Dass ich vor Glück weinte und immer wieder „Oh Gott, ist die süß! Mein Kind!“ stammelte, muss ich wohl nicht erwähnen oder? Dort blieb sie einige Zeit, während man mir den Bauch wieder schloss.

Das Team aus Ärzt*innen und Pflegepersonal bedankte sich bei mir dafür, so angenehm gewesen zu sein, gratulierte mir herzlich zu unserem Kind und ging nach und nach.

Unsere Babymaus durfte dann mit dem Papa zum Messen und Wiegen und ich bekam meinen ersten Drink per Nadel als 6-fache Mama: Kochsalzlösung. Im Anschluss fanden wir uns wieder gemeinsam ein, ich legte sie das erste Mal an und kuschelte mit ihr.

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*****

Mein Fazit zum geplanten Kaiserschnitt

Für mich persönlich war es die richtige Entscheidung. Ich hatte eine liebevolle und vor allem auch respektvolle Geburt ohne Gewalt oder ähnliches. Dass ich dieses Mal in einem anderen Krankenhaus als die letzten Male entbunden habe, hat sich als absoluter Glücksgriff erwiesen, da die Wertschätzung dort vor Ort unglaublich toll war. 

Auch die Begleitung durch die Bauchgeburt, die Atmosphäre im OP, das alles hat mich mit meinen vorangegangenen Geburten versöhnt und mir einen positiven Abschluss der Familienplanung beschert. Ich bin mit mir im Reinen und absolut glücklich über die Möglichkeit, die Geburt so erlebt zu haben, wie ich es mir gewünscht habe.

Klar ist das „Danach“ nicht ohne. Die Schmerzen beim ersten Aufstehen oder auch, wenn man sich unbedacht bewegt, sind nicht zu verachten. Auch heute, zwei Wochen später, ziept die Naht noch ab und an, wenn ich mich falsch bewege oder husten muss. Dennoch würde ich mich im Nachhinein immer wieder dafür entscheiden, um keine Gewalt und Erniedrigung mehr im Kreißsaal erleben zu müssen.

Und – eigentlich ist es total überflüssig es zu sagen, dennoch mache ich es – auch eine Bauchgeburt ist eine richtige Geburt. Jede Geburt ist anders, jeder Körper, jeder Mensch und jedes Empfinden ist anders.

Wir sind dankbar für unser wunderbares Babymädchen. Dankbar, dass alles gut gegangen ist. Dass wir mit dieser Geburt unseren Frieden schließen und unser letztes Familienmitglied begrüßen durften.

Herzlichst, die Julie

 

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7 Kommentare

  • Petra Jäger

    Hallo Familie Puddingklecks, ganz herzlichen Glückwunsch zur Geburt eures Mädchens, ich bin zwar “ nur “ 2 fache Mutter und meine Kinder sind mittlerweile aus dem Haus, dennoch lese ich jede Woche sooooo gerne den neuen Wochenplan und hab schon oft für mich als verwaiste Mom was rauspicken bzw. für den Bring Service von la Mama für die Nestflüchter viel mitnehmen können!!!!! Euch alles alles Liebe aus dem Schwäbischen wünscht Petra

    • Julie

      Vielen lieben Dank <3
      Ach, ich finde es schön, wenn du aus meinem Blog etwas für dich herausziehen kannst! Das freut mich sehr =)
      Viele liebe Grüße

  • Amelie

    Liebe Julie, herzlichen Glückwunsch zu eurer kleinen Maus 🙂 bei mir steht in 3,5 Wochen der 5. Kaiserschnitt an. ich bin genauso aufgeregt wie beim ersten 🙂 leider konnte ich aus medizinischen Gründen nicht normal entbinden. Aber es ist wie du sagst, eine richtige Geburt. Egal wie 🙂 ich wünsche euch alles Liebe und Gute. Grüße Amelie

  • Melanie

    Liebe Julie,
    meine allerherzlichsten Glückwünsche zu der Geburt eures sechsten Kindes. Ich wünsche dir weiterhin schöne „Babyflitter-Wochen“. Unser sechstes Wunder ist nun auch bereits 10 Monate 💕. Die Zeit rennt so sehr.
    Schöne Grüße aus dem Norden Melanie

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