Drei einfache Trickst, wie du mehr Elterngeld bekommst und die Zeit mit deinem Baby in vollen Zügen genießen kannst!
Family, Gastbeitrag, Schwangerschaft, Geburt & Baby

Die 3 besten Tricks, um mehr Elterngeld zu erhalten

Heute habe ich einen Gastbeitrag von Yvonne. Yvonne ist Steuerfachwirtin und bringt über 15 Jahre Erfahrung im Steuer- und Lohnbereich durch ihre Tätigkeit im Steuerbüro mit. Außerdem ist sie Expertin rund um das Thema Elterngeld und Elternzeit für elterngeld.de. Sie ist 39 Jahre alt und wenn sie nicht gerade Fragen rund ums Elterngeld beantwortet oder neue Videos aufnimmt, sitzt sie gern am Basteltisch und ist mit Papier und Stempeln kreativ.

*****

Elterngeld ist, auch durch die kürzlich angekündigte Reform im Jahr 2021, in aller Munde. Doch was ist eigentlich Elterngeld und worauf solltest du achten, damit du höheres Elterngeld bekommen kannst? Dieser Gastbeitrag der Elterngeldexpertin Yvonne Nagel von elterngeld.de verrät dir nachfolgend wertvolle Tipps:

Kurz nach dem positiven Schwangerschaftstest ist alles wahnsinnig aufregend, ein Taumel der Gefühle und Hormone. Eigentlich eine Zeit zum Genießen. Und jetzt kommt’s: Die beste Zeit um sich Gedanken über die Elternzeit und das Elterngeld zu machen.

Was ist das Elterngeld überhaupt?

Das Elterngeld ist eine Lohnersatzleistung des Staates für Eltern, getrennt Erziehende und Alleinerziehende. Auf Antrag kannst du es ab der Geburt deines Kindes erhalten. Es gibt drei Varianten: Basiselterngeld, Elterngeld Plus und den Partnerschaftsbonus. Anspruch auf das Elterngeld besteht, wenn du mit deinem Kind in einem gemeinsamen Haushalt lebst und es selbst betreust und erziehst. Du kannst auch einer Arbeit nachgehen, wenn du nicht mehr als 30 Stunden in der Woche arbeitest. Die Höhe des Elterngeldes ist abhängig vom Einkommen im Bemessungszeitraum. Dieser umfasst in der Regel die 12 Monate vor Beginn des Mutterschutzes bzw. 12 Monate vor der Geburt für die Väter. Mindestens gibt es beim Basiselterngeld 300 Euro für 12 Monate, maximal 1.800 Euro. Beim Elterngeld Plus bekommst du für bis zu 24 Monate  mindestens 150 Euro und maximal 900 Euro.

Warum die frühe Planung sinnvoll ist

Gleich mehrere Gründe sprechen dafür. Der Wichtigste vorab: Jetzt kannst du noch die Höhe deines Elterngeldes positiv beeinflussen. Einige Dinge brauchen nämlich Zeit, wie das Beispiel des Steuerklassenwechsels zeigt.

Für Eheleute bietet sich ein Steuerklassenwechsel an. Derjenige Elternteil, der überwiegend in Elternzeit geht, nimmt die Steuerklasse III, der andere bekommt automatisch die Steuerklasse V. Dies kann unter Umständen dazu führen, dass deiner Familie vor der Geburt Netto ein geringerer Betrag zur Verfügung steht. Mit der nächsten Steuererklärung gleicht sich das jedoch wieder aus. Der Vorteil liegt darin, dass die Steuerklasse III zu einem höheren Elterngeld führt. Allerdings ist das nur der Fall, wenn die günstigere Steuerklasse in mindestens sechs Monaten vor Beginn des Mutterschutzes vorliegt. Für die Väter sind es mindestens sechs Monate vor der Geburt.

Das zu erreichen, ist manchmal gar nicht so leicht. Der Wechsel gilt nämlich erst ab dem Folgemonat des Antrags. Je früher der Wechsel erfolgt, desto besser. Habt ihr im aktuellen Kalenderjahr erst geheiratet, dann könnt ihr den Steuerklassenwechsel rückwirkend auf den Monat der Heirat beantragen.

Auf den richtigen Anspruchsteller kommt es an

Oftmals nimmt die Mutter mehr Elternzeit und beantragt in der Folge das Elterngeld. Das muss allerdings nicht immer die beste Variante sein. Je höher das Einkommen im Bemessungszeitraum ist, desto höher fällt das Elterngeld aus.

Einmal angenommen der Vater ist Selbstständig und kann sich die Arbeitszeit einteilen. Die Mutter arbeitet in Teilzeit, studiert oder befindet sich noch in einer Ausbildung. Hier kann es sinnvoll sein zu prüfen, ob besser der selbstständige Elternteil den Antrag auf Elterngeld stellt. Hintergrund ist, dass er möglicherweise ein höheres Elterngeld bekommen kann. Außerdem gelingt es Selbstständigen im Bezugszeitraum oftmals den Zahlungsfluss ihrer Kunden und die Rechnungsstellung zu koordinieren. So kannst du Anrechnungen auf das Elterngeld mit etwas Planung zu vermeiden.

Das Elterngeld Plus sinnvoll nutzen

Über das Elterngeld Plus sind eine Menge falscher Informationen im Umlauf. Mit einer sehr wichtigen Sache möchte ich hiermit aufräumen: Du kannst das Elterngeld Plus auch wählen, wenn du nicht in Teilzeit arbeiten gehst. Ein Wechsel ist das Elterngeld Plus ist aber durchaus sinnvoll, wenn du in Teilzeit arbeiten möchtest und noch Elterngeld bekommst.

Warum ist das sinnvoll?

Wenn du neben dem Elterngeld weiteres Einkommen hast, dann rechnet die Elterngeldstelle diesen Hinzuverdienst auf dein Elterngeld an. Je nach Höhe deines Hinzuverdienstes führt dies zu einer Kürzung deines Elterngeldes. Beim Basiselterngeld erfolgt die Kürzung bereits ab dem ersten Euro maximal bis auf das Mindestelterngeld.

Beim Elterngeld Plus fällt die Kürzung milder aus. Verdienst du nach der Geburt weniger als die Hälfte im Vergleich zu vor der Geburt kommt es in der Regel nicht zu einer Kürzung. Das klingt jetzt so, als ob es sich nicht lohnen würde im Elterngeldbezug zu arbeiten. Das stimmt so nicht, denn durch die längere Laufzeit kannst du trotz der Kürzungen mehr Elterngeld erhalten.

Beispiel:

Ein Vater mit einem Nettogehalt von 2.000 Euro geht in Elternzeit und beantragt Basiselterngeld. Rechnen wir mit dem Annäherungswert für das Elterngeld von 65% des Netto, liegt sein Elterngeld bei 1.300 Euro. Über einen Zeitraum von 12 Monaten sind das 15.600 Euro.

Ab dem 7. Lebensmonat möchte er in Teilzeit arbeiten und bekommt dafür 1.000 Euro netto.

Bezieht er weiterhin Basiselterngeld, bekommt er monatlich 650 Euro (65% der weggefallenen 1.000 Euro Gehalt) für die restlichen 6 Monate. 6 Monate á 1.300 Euro und 6 Monate á 650 Euro ergeben eine Summe von 11.700 Euro Elterngeld.

Wechselt er in das Elterngeld Plus ab dem 7. Lebensmonat, kann er für 12 weitere Monate Elterngeld erhalten. Das Elterngeld Plus gibt es doppelt so lange wie das Basiselterngeld. Das Elterngeld Plus beträgt in diesem Fall 650 Euro und nach den 18 Monaten ergibt sich ein Elterngeld in Höhe von 15.600 Euro. Unterm Strich also 3.900 Euro mehr Elterngeld durch den rechtzeitigen Wechsel.

Es ist also immer sinnvoll alle Varianten einmal zu prüfen. In einem Zeitraum von 12 Monaten kann sich einiges verändern. Dein Antrag bei der Elterngeldstelle ist nicht in Stein gemeißelt. Das gilt auch, wenn du bereits deinen Elterngeldbescheid in den Händen hältst. Für zukünftige Monate kannst du einen schriftlichen aber formlosen Änderungsantrag stellen.

*****

Hast du noch Fragen zum Thema Elterngeld? Möchtest du noch mehr rund um das Thema Geld wissen? Dann hinterlasse mir gern einen Kommentar!

Herzlichst, die Julie

 

Weitere Themen rund um die Geburt und die Zeit danach findest du hier. Schau dich gern um!

Sharing is caring:

Das könnte dich auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Geht in Ordnung.