Gedankenwelt, Life

Was wir von unseren Kindern lernen können

Eigentlich, so wird uns doch suggeriert, müssen Kinder wissbegierig sein, den ganzen Tag Fragen stellen und von uns lernen. Oder? Im Alltag ertappe ich mich aber immer wieder dabei, dass ich mir denke, hier und dort könnte ich mir von meinen Kindern eine Scheibe abschneiden. Denn viele Dinge machen sie einfach besser als die Erwachsenen. Außerdem, so denke ich, haben wir im Laufe der Jahre einiges verlernt. Was ich damit meine?

Kleinigkeiten machen glücklich

Neulich brachte mein Mann meinen Kindern Würstchen vom Einkauf mit. Nichts Großes und eigentlich etwas Alltägliches. Die vier Mäuse waren hellauf begeistert und brachen in Jubelstürme aus. Wegen Würstchen. Ich glaube, hier hat einfach die Geste gezählt, dass der Papa auch an sie gedacht und ihnen etwas mitgebracht hatte.

Dinge abhaken

Was ich damit meine? Wenn mich jemand verbal verletzt, egal ob absichtlich oder unabsichtlich, trage ich das ziemlich lange mit mir herum. Auch, wenn wir Erwachsene streiten, hängt uns das oft nach und wir stellen Freundschaften in Frage. Kinder streiten sich gefühlt fünfmal in zehn Minuten, schweigen sich, wenn es ganz doof läuft, noch zwei Minuten an oder motzen bei den Eltern, wie doof der Spielpartner doch ist und meist ist nach wenigen Minuten alles wieder vergessen und das Spiel kann weiter gehen. Auch wir sollten nicht alles auf die Goldwaage legen, sondern ab und an über unseren Schatten springen, doofe Situationen abhaken und nach vorn schauen.

Leben im hier und jetzt

Ja, ich weiß, wir müssen an die Zukunft denken und ein grober Plan sollte hierfür auch vorhanden sein. Aber wir verschwenden so viel Zeit beim Grübeln über die Vergangenheit und Durchdenken der Zukunft, dass wir vergessen, das Jetzt zu genießen und in vollen Zügen zu inhalieren. Kinder, zumindest meine, machen sich keine großen Gedanken um heute, morgen oder was in ein paar Jahren sein wird. Sie leben einfach. Sie saugen jeden Augenblick in sich auf und gehen unbedarft durchs Leben. Auch hinterfragen sie nicht ständig, warum, weshalb, wieso. Es ändert ja doch nichts daran, dass es eben so ist, wie es ist. Da können wir uns einiges abschauen und vielleicht auch wieder ein bisschen leichter durchs Leben gehen.

Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten

Wie oft zweifelst du an dir und deinen Kompetenzen, statt die Aufgaben einfach anzupacken? Wie oft machst du dich eigentlich schwächer, als du bist? Viel zu oft bremsen wir uns selbst, aber auch unsere Kinder, aus, weil wir uns zu wenig zutrauen. Kinder klettern nur so hoch, wie sie sich sicher fühlen. Aber meist höher, als wir Eltern es ihnen zutrauen, eben weil sie ihre eigenen Grenzen kennen und diese voll ausreizen. Statt zu verzweifeln, sollten wir auch wieder anfangen, an uns zu glauben und unsere Grenzen ausreizen.

Hilfe annehmen

Ich kenne es von mir selbst. Oft bin ich einfach zu stolz und stur, um um Hilfe zu bitten, geschweige denn sie anzunehmen. Ich rede mir meist ein, dass ich das allein schaffen muss. Warum eigentlich? Unsere Kinder wissen genau, wo ihre Grenzen liegen und was außerhalb ihrer Möglichkeiten liegt. Was ihre Grenzen überschreitet, wird eben mit Hilfe gemeistert. Kinder schämen sich nicht, danach zu fragen, Unterstützung anzunehmen und gemeinsam größere Hürden zu schaffen. Und wir sollten das auch nicht. Nach einem langen Spaziergang nehme ich den Frosch gern auf den Arm, wenn er müde und erschöpft ist. Wenn du mit deinen Kräften ringst, freust du dich sicher auch über ehrliche Hilfsangebote.

Nicht nur unsere Kinder können etwas von uns lernen, sondern auch umgekehrt. Die Leichtigkeit und Unbeschwertheit, die diese kleinen Menschen im Herzen tragen, würden auch uns den Alltag sehr erleichtern und beflügeln. Was denkst du darüber?

 

 

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2 Comments

  1. Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten bewundere ich an Kindern eigentlich ganz besonders. Da hab ich schon auch mal das Gefühl das irgendwo verloren zu haben. Kann man sich also nur gutes Abschauen 🙂
    Wenn mir aber jmd ein Würtchen mitbringt oder einen Apfel oder sonst was…da kann ich auch in Freudenstürme ausbrechen. So kleine Gesten find ich toll!

    1. puddingklecks says:

      Da hast du vollkommen recht! Ich glaube, wir Erwachsenen verkopfen uns einfach zu sehr.

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