Warum mir Exklusivzeit mit meinen Kindern so wichtig ist
Gedankenwelt, Life

Einmal Mama für sich allein // Warum Exklusivzeit mit meinen Kindern unheimlich wichtig ist

Im Familienalltag kann es so schnell passieren, dass die Exklusivzeit mit meinen Kindern zu kurz kommt. Dabei ist diese Zeit allein mit Mama oder Papa unheimlich wichtig.

Eigentlich ist es ja selbstverständlich, dass wir uns Zeit nehmen. Zeit für die Hausaufgaben, für die Hobbies der Kinder. Zeit für Schulauftritte, den Geburtstagskuchen und den Kauf von neuen Winterschuhen. Wir nehmen uns die Zeit für den Hausputz und die Pausenbrote. Das alles läuft routiniert ab. So agieren wir Eltern, ohne nachzudenken, denn es gehört einfach dazu zum Alltag. An manchen Tagen bleibt kaum Raum. Raum für mich, für Pausen. Es bleibt kaum Raum für mehr als die Bewältigung des Tages.

An manchen Tagen bin ich abends froh, wenn alle Kinder rechtzeitig im Bett liegen, ich nicht noch über Kuscheltiere oder Legofiguren steigen muss und die Füße hochlegen kann. Da bin ich dankbar dafür, dass mein Körper ganz ohne mein Zutun atmet und mein Herz schlagen lässt. In letzter Zeit kommt es so oft vor, dass der Alltag mich schafft. Ein Baby, das scheinbar keinen Schlaf braucht, mit Zähnen kämpft und 24/7 Nähe braucht, ist mir manchmal schon fast zuviel. Da hilft es auch nicht, wenn ich zum Ausgleich den Haushalt bewältigen muss oder einen Auftrag abliefern soll. Das Hamsterrad aus Alltäglichem und Zusatzaufgaben nimmt manchmal überhand. Etwas daran ändern? Geht kaum. Denn was liegen bleibt, wartet dann eben am nächsten Tag in geballter Form auf mich.

Ich erwische mich dann dabei, dass ich fahrig werde, fahrig und ungerecht, wenn kein Raum für mich bleibt. Keine ruhige Minute gefunden wird.Dass ich ungerecht werde, weil mir die Luft fehlt. Die Luft für ein bisschen Selfcare und auch für mehr als Alltagsbewältigung. Luft für bewusste Zeit mit meinen Kindern, fernab der Hausaufgaben. Fernab von vollen Windeln und Gardetraining.

Gerade die letzten Tage und Wochen waren anstrengend und kraftraubend. Ich funktioniere noch. Irgendwie. Aber Raum für mehr als ein Cappuccino to go und kalt über den Tag blieb nicht.

Dabei haben auch die Kinder Bedürfnisse, die gestillt werden möchten. Bedürfnisse nach Nähe und Aufmerksamkeit zum Beispiel. Und das Bedürfnis, nach einmal Mama für sich allein haben. Nach Exklusivzeit.

Gerade beim Keks nehme ich mir dazu die Zeit, mit ihm auf dem Boden zu sitzen, Fingerspiele zu spielen und ihn in den Schlaf zu kuscheln. Er braucht mich noch ganz bewusst und verkündet das auch lauthals. Hier nehme ich mich automatisch zurück, gehe komplett auf ihn ein.

Doch da sind eben auch noch vier andere Charaktere, bei denen ich selbst merke, dass ich oft mit „Lass mich bitte erst noch kurz fertig machen“ oder „Können wir das verschieben?“ antworte. Und diese vier großen Kinder, die zeigen unheimliches Verständnis. Ab und an wollen sie mich eben auch für sich alleine. Ohne Kompromisse oder das ständige Verschieben.

Viele Geschwister haben, ist in den meisten Fällen wirklich toll. Man muss nicht allein schlafen, hat immer jemanden zum Spielen und im Zweifel schließt man sich gegen die Eltern zusammen. Aber manchmal, manchmal wollen Geschwister eben nicht teilen, nicht warten, sondern uneingeschränkt Aufmerksamkeit.

Ich wünschte, da wäre mehr Zeit und Raum für jedes einzelne Kind. Weniger Alltagsprobleme und mehr bewusste Zeit mit ungeteilter Exklusivzeit. Ich wünschte, ich könnte freier agieren und mich für die Kinder öfter ausklinken.

Mama, können wir kuscheln? Wir beide alleine? Nur ein bisschen. Zum Aufladen.

Ein Satz, der hier vor einiger Zeit fiel. Und so sehr ich mich darüber freute, so sehr war da dieser Stich, den er mir verpasst hat. Also saß ich kurz darauf im Schneidersitz auf dem Sofa, hatte den Kopf meiner Großen im Schoß und streichelte ihr über die Haare. Wenig wurden ihre Augenlider schwer und sie schlief ein. Wie damals, als sie noch ganz klein war. Diese Nähe, diese Vertrautheit und die Tatsache, dass auch mein großes Kind dies alles noch genauso braucht. Das tat mir gut. Und ihr ebenso.

In den letzten Wochen nehme ich mir also wieder bewusst Exklusivzeit mit meinen Kindern. Ich liebe es, wenn die Prinzessin fragt, ob ich mit ihr ein Brettspiel spiele oder ihr beim Geige üben zuhören möchte. Diese wenigen Minuten, die uns beiden gemeinsame Momente schenken. Genauso schön finde ich es, wenn der Zwerg mit mir malen möchte. Im Endeffekt male dann zwar ich und er gibt die Anweisung dazu, was gemalt wird, aber wir lachen dabei, er strahlt und freut sich des Lebens. Und wie wunderschön der Frosch lachen kann, wenn man ihm die Möglichkeit gibt, einen von seinen Geschwistern geklauten Witz vorzutragen. Unbezahlbar!

Das alles geht im normalen Tagestrott leider immer wieder unter. Umso wichtiger ist es für mich und auch für die Kinder, wenn der Raum dafür da ist, das wir ihn nutzen.

Heute morgen wollte ich von den beiden Grundschulkindern wissen, ob ich sie zur Schule begleiten darf. Einfach raus, frische Luft tanken und ihnen Gesellschaft leisten. Wie wunderschön das mit Morgenrot, sich gegenseitig fangenden und lachenden Kindern und einem im Buggy brabbelnden Baby war, brauche ich nicht zu erwähnen. Dafür stand eben, nachdem wir beide, das Baby und ich, wieder hier waren, noch das Frühstück auf dem Tisch und vom restlichen Haus brauche ich nicht anfangen.

Aber das war es mir wert. Uns wert. Glückliche ausgelassene Kinder, die ins Schulhaus hüpfen, ein Baby mit rosigen Wangen und dem Schalk im Nacken und auch ein bisschen Zeit für mich, um meinen Gedanken nachzuhängen.

Was oft ein Vorteil ist, nämlich dass man sich nicht auf ein Kind allein fixieren kann, ist im Großfamilienleben manchmal ein Nachteil. Weil die wenige Zeit, die bleibt, eben durch mehrere Kinder geteilt werden muss. Ungeteilte Aufmerksamkeit ist ein rares Gut, das wir sehr zu schätzen wissen. Nicht nur mein Mann und ich, sondern auch unsere Mäuse. Dafür braucht es keine besonderen Erlebnisse oder Planungen – zumindest meist nicht.

Und so freue ich mich darauf- vielleicht sogar ein bisschen mehr als mein Kind – später gemeinsam zu kochen. Der Zwerg und ich. Und wenn er dann mit dem Baby spielen mag, dann ist Zeit für die Prinzessin, die mir beim Geburtstagskuchen helfen mag. Auch wenn ich im Anschluss Haare raufend in der Küche stehen werde, fluchend Mehl vom Boden sauge und alles irgendwie einfacher wäre, würde ich es allein machen, nehme ich mir die Zeit. Die Exklusivzeit für meine Kinder. Denn gemeinsame Erlebnisse und daraus resultierende Erinnerungen stärken. Sie stärken das Band zwischen uns und unseren Kindern. Und sie geben uns Kraft. Kraft, um ungeschlafene Nächte mit Kaffee wegzulächeln, den Sportbeutel hinterher zu fahren oder auch einfach nur das Leben zu bewältigen.

Herzlichst, die Julie

 

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Warum Exklusivzeit für unsere Kinder von Bedeutung ist - Puddingklecks - Großfamilienblog

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