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Putzt euren Kindern die Zähne // ein Appell an alle Eltern

Häufig sehe ich Kinder mit schwarzen Zähnen. Manchmal einzelne, manchmal mehrere. Manchmal haben sie sogar schon Zahnlücken, obwohl die Zähne noch lang nicht natürlich heraus gefallen wären. Mich schockiert das.

Und ich habe subjektiv das Gefühl, dass es in den letzten Jahren wirklich drastisch zugenommen hat.

Liegt es daran, dass die Lebensmittel immer aggressiver werden? Liegt es daran, dass man sich weniger darum kümmert? Erachtet man die Milchzähne weniger wichtig als die Zweiten? Bestimmt von allem etwas.

Doch wovor viele Eltern die Augen verschließen: Die Milchzähne sind nicht nur bei der Nahrungsaufnahme unheimlich wichtig, sondern auch für den korrekten Spracherwerb und sollten daher sorgfältig geputzt werden.

Und mehr noch, sogar schon vor den ersten Zähnchen sollte angefangen werden, den Mundraum sachte und behutsam zu pflegen. Das geht ganz einfach mit einem feuchten und frischen Waschhandschuh. Ab dem ersten Zahn gibt es wunderbare kleine Babyzahnbürsten mit weichem Kopf und passende Zahncremes. Je nach Alter und Zahn passen sich die Bürste und die Zahncreme an.

Manchmal höre ich auch, dass das Kind nicht gern die Zähne putzt und sich verweigert. Manchmal höre ich auch, dass man es abends einfach oft vergisst, weil man den Abend entspannt und ohne Pflichten gestalten möchte. „Die Kinder sind ja noch soooo klein!“

Aber sollte man nicht genau da ansetzen? Gerade, wenn man rechtzeitig anfängt, regelmäßig den Mundraum und die Zähnchen zu pflegen, gerade dann sollte es doch gar kein Problem sein, das Zähneputzen in die Routine einzubauen wie die Morgentoilette. Oder sehe ich das falsch? Und auch, wenn sich das Kind verweigert, habe ich die Sorge zu tragen, dass die Zähnchen, egal ob Milchzahn oder bleibender, gepflegt und geputzt werden. Dabei spreche ich nicht von einem Mal auslassen. Das passiert hier auch ab und an in seltenen Fällen, wenn wir sehr lange unterwegs waren. Ich meine damit regelmäßige „heute ist es nicht so wichtig“s. Denn wenn der Schludrian erst eingekehrt ist, ist es schwer, sich wieder dahinter zu stemmen, dass die Zahnhygiene täglich – am besten morgens und abends – stattfindet.

Dabei möchte ich gar keinen Vortrag über Flourid oder die richtige Zahnbürste, ob mit oder ohne Motor, welche Farbe die Borsten haben müssen, etc. halten. Das muss dir der Zahnarzt erklären, was er für dein Kind als sinnvoll erachtet. Ich bin kein Experte – trotz vier Kindern. Aber bitte sorge dich um die Zähne deines Kindes. Um jeden einzelnen. Denn sie sind nicht nur Kauwerkzeug oder Platzhalter. Sie sind Sprachhilfe, runden die Mimik ab und wirken drastisch auf das Erscheinungsbild ein. Ja, das mag oberflächlich klingen, aber überleg dir, schaust du deinem Gegenüber mit Zahnstummeln im Blickfeld gern ins Gesicht?

Sicher gibt es auch das ein oder andere Geschehnis, wie Stürze oder Spielunfälle, welches Zahnlücken ohne „natürlichen“ Grund rechtfertigen. Dafür habe ich auch absolutes Verständnis. Aber sie sind definitiv nicht die Regel.

Ich möchte auch keinen Vortrag über die schädliche Wirkung von Zucker an den Zähnen halten, denn ich glaube, das weißt du selbst auch. Zucker ist und bleibt in Kombination mit fehlender Mundhygiene eben Kariesfaktor Nummer eins.

Aber bevor ich hier weiter wettere, möchte ich dir noch ein paar Tipps auf den Weg geben, welche das Zähneputzen im Falle eines kleinen Verweigerers vielleicht ein bisschen erleichtern. 🙂
  • Wie oben schon erwähnt, finde ich Routine unheimlich wichtig. Was regelmäßig passiert, wird leichter verinnerlicht und ohne nachzudenken umgesetzt.
  • Putzt euch gegenseitig die Zähne. Klingt komisch, macht aber dem Kind unheimlich Spaß, wenn es der Mama die Zähne schrubben darf. Und nebenbei verliert das Zähneputzen am Kind die vordergründige Präsenz.
  • Du bist das Vorbild deines Kindes. Auch du solltest regelmäßig, am besten gemeinsam mit deinem Kind, die Zähne putzen. Ohne Ausnahme.
  • Lass dein Kind selbst aus einer Vorauswahl die passende Zahnbürste und Zahncreme aussuchen. Vielleicht ist die Zahncreme mit dem Löwenkopf doch viel cooler, als Mama sich das denkt.
  • Dichtet ein Lied zum Zahnputzlied um und „singt“ es gemeinsam, während ihr die Zähne schrubbt. Das macht Spaß und lenkt vom „Muss“ ab.
  • Sucht euch passende Bücher zum Thema Zähneputzen heraus. Bücher zeigen einfach nochmal spielerisch, was passiert, wenn der Zucker an den Zähnen kleben bleibt und wie wichtig es ist, dass die Beißerchen geputzt werden.

Mein Favorit ist der Kinderklassiker Karius und Baktus (Affiliate Link):

Mein Appell an alle Eltern: Putzt euren Kindern die Zähne! Bitte! 

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2 Comments

  1. Ja, es ist so wichtig! Und es gehört nun einmal zum Tag dazu, je früher es die Kinder so kennenlernen, je einfacher wird es. Wir putzen uns immer zusammen die Zähne und das hilft wirklich sehr gut. Auch ein Gedicht, das wir aufsagen, wenn wir „nachputzen“ macht das Putzen etwas lustiger.

    Karius und Baktus fand ich irgendwie immer gruselig und wenn ich an das Buch denke, dann läuft es mir kalt den Rücken runter… 😉 Ich muss mir noch überlegen, ob wir das später mal lesen.

    1. Oh, das Gedicht wüsste ich aber gern. 🙂

      Wirklich, findest du das gruselig? Das Buch ist bei uns eher so in der Kategorie „Es war einmal – das Leben“. Also kindgerecht veranschaulicht, was passiert, wenn nur „Blödsinn“ im Mund landet, der nicht weggeputzt wird. 🙂

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