WMDEDGT – Was machst du eigentlich den ganzen Tag?
Hach ja, es ist mal wieder Zeit für ein realistisches WMDEDGT von Frau Brüllen. Ich habe hier ja lange nicht mehr mitgemacht, weil ich es ehrlicherweise unglaublich oft versemmelt habe oder krank war oder einfach was dazwischen kam. Aber heute bin ich mal wieder dabei und nehme dich durch meinen Alltag in den Sommerferien mit 6 Kindern. Bist du bereit? Dann stürzen wir uns rein!
WMDEDGT – Großfamilienedition
4:56 Uhr: Nachdem das kleine Mädchen heute Nacht zu mir gewandert ist – wer kann es ihr auch verübeln, nachdem sie gestern um 17 Uhr beim Spielen vom Schlaf überrascht wurde? – erklärt sie sehr früh die Nacht für beendet. Nicht cool. So gar nicht cool. Mein Selbsterhaltungstrieb lässt mich auf dem Smartphone „Bobo Siebenschläfer“ suchen und nochmal für 10 Minuten die Augen schließen, bevor ich an den Laptop wandere, um Mails zu beantworten.
5:30 Uhr: Es ertönt der liebliche Klang der Stimme meiner Kleinen, die nach Frühstück verlangt. Es ist mir eine Ehre, ihr die Vitamingummibärchen und ein Erdnussbutterbrot zu kredenzen. In meinem Bett. Ich werde es bereuen, aber das ist ein Problem für Zukunftsjulie. Die Gegenwartsjulie hat Schlafmangel und möchte nur existieren.
5:55 Uhr: Der Mann, der die Nacht im Kinderbett verbracht hat, hüpft ausgeschlafen in die Küche, grinst, und bereitet kommentarlos Kaffee zu. Viel Kaffee. Starken Kaffee. Mein Lebenselixier. Ich suche dafür die Kleidung für die Kita zusammen, während der Keks ums Eck kommt und mich folgendermaßen begrüßt:
„Mama, du riechst, als hättest du Katzenfutter gegessen!“ *kurze Nachdenkpause* „Hast du?“
6:35 Uhr: Die beiden Kitakinder sind angezogen, haben Zähne geputzt, die Haare gekämmt und sitzen im Auto. Manuel hetzt noch kurz hin und her, bevor er mir einen flüchtigen Kuss aufdrückt und mitsamt der Kinder verschwindet. Ich gönne mir den zweiten Kaffee und eine Runde Hearthstone, bevor ich mich an die Hausarbeit mache. Und Mount Washmore lauert auch schon im Hintergrund.
8:15 Uhr: Ein bisschen hinlegen und entspannen, bevor ich weitermache. So zumindest der Plan. Ich schlafe nämlich ein und fühle mich danach noch mehr durchgenudelt und ausgekotzt.
9:20 Uhr: Während ich die insgesamt 30 Minuten Sprachnachrichten meiner Freundinnen abhöre, saniere ich mein Gesicht, sortiere Wäsche und erkläre einem Kind, wie wichtig das Zähneputzen ist. Das muss es nämlich erledigen, bevor wir gemeinsam einkaufen gehen und die Läden in der Nähe unsicher machen.
10:30 Uhr: Wir haben es überlebt. Jetzt müssen nur noch die großen Kinder das Auto leer räumen, denn der Einkauf war viel. Vor allem so giftige Dinge, wie Obst und Gemüse. Aber auch so leckere Sachen, wie die vegane weiße Crisp der Rewe Eigenmarke. Schwere Dinge tragen zieht leider noch ein bisschen im Unterbauch. Zum Glück habe ich tolle Kinder die – zwar motzend aber ohne Drama – einfach ausräumen und mitmachen.
10:45 Uhr: Irgendwie sind das ja auch meine Ferien. Deswegen versumpfe ich erstmal in Tiktok, drehe selbst auch welche und zwinge mich dann an den Herd. der 10-jährige Frosch macht derweil eine Fahrradtour durchs Dorf, während die Teenager versuchen, mir aus dem Weg zu gehen. Sonst könnten mir ja noch Dinge einfallen, die sie bitte für mich erledigen möchten. Und mein Ideenreichtum ist groß.
11.25 Uhr: Die Küche ruft. Oder das Hüngerchen. Wer weiß. Wegen zu viel Restgemüse – das hätte ich ja auch vor dem Einkauf abchecken können – gibt es nun Linseneintopf mit Spätzle statt Bruschetta vom Wochenplan. Soll nochmal jemand sagen, ich sei nicht spontan. Das Essen kocht, ich sitze auf dem Hometrainer und quäle mich. Nach meiner Hysterektomie ist das das erste Mal, dass ich wieder etwas Cardio für mich mache.
12:10 Uhr: Während das Essen gekocht hat, saß ich auf dem Hometrainer. Jetzt sitze ich im Bett, höre die nächsten Sprachnachrichten ab und hoffe, dass die Ibu gegen die Kopfschmerzen wirkt. Die sind nämlich mal wieder ziemlich unangenehm. Zwischendrin tauchen die Jungs auf, um mir zu sagen, dass sie sich mit Freunden treffen. Der Nachmittag wird also ruhig.
14:00 Uhr: Ich frage die Prinzessin, ob sie mit mir weiter „The summer I turned pretty“ ansehen will. Natürlich möchte sie. Während wir diskutieren, ob Team Conrad oder Team Jeremiah, wird die Wäsche gefaltet. Auf dem frisch gesaugten Boden. Irgendwie muss ich dem Ganzen ja den Kampf ansagen.
16:20 Uhr: Manuel sagt, dass er gleich mit den Kleinen da ist. Ich freu mich.
17:00 Uhr: Die Kleinen mischen ihre großen Geschwister auf (und mich auch) und fordern Familienzeit ein. Können sie haben. Zwischendrin werden die Konfliktkompetenzen geschult und Snacks verlangt. Zum Friedensangebot, versteht sich. Manuel quält derweil meinen Hometrainer. Ich bin müde.
18: Uhr: Der 10-jährige Frosch kommt von seinem Kumpe heim, wird von den Kleinen überrannt und muss direkt nach dem Abendessen, das aus Resten des Mittagessens besteht, dazu genötigt, mit ihnen zu spielen. Also, er wird gefragt, mit Nachdruck. Von den Kleinen. Und opfert sich.
Und jetzt, jetzt werden alle noch durch die Dusche oder Badewanne gezogen, Zähne müssen geschrubbt werden und dann ist zumindest auch schon für die Kleinsten Schlafenszeit. Mit Geschichten, Kuscheln und mindestens noch 2x „Ich hab Durst“ und „Ich muss doch nochmal aufs Klo!“. Und für mich beginnt die Zeit, in der ich im Bett lese. Oder was für die Uni mache. Wer weiß.
*****
WMDEDGT? Gefühlt nichts und dennoch so viel. Drück mir bitte die Daumen, dass diese Nacht ruhiger wird als die letzten. Ich brauche Schlaf. Dringend. Denn morgen steht ein Ausflug auf dem Plan. Die 14-jährige Prinzessin möchte nämlich mit mir Shoppen gehen. Ich muss noch überlegen, ob sie wirklich MIT mir shoppen will oder ob ich die Geldbörse bin, die sie mitnimmt. Wer weiß das schon. Wir werden es morgen erfahren.
Aber jetzt, jetzt genieße ich noch ein paar Minuten Ruhe, bevor ich die Putzleistung der Kinder (an den Zähnen!) überprüfen und Schlafanzugdiskussionen führen muss. Eltern kennen das. Und die anderen kennen es aus Erzählungen.
Ich wünsch dir einen wunderschönen und möglichst stressfreien Abend.
Herzlichst, die Julie
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