Weihnachten, das Fest des Mental Load // Ein paar wichtige Worte einer 6-fachen Mama
Es ist Weihnachten, heute ist Heiligabend und bei uns kommt das Christkind. Bei dir vielleicht auch. Oder auch der Weihnachtsmann. Vielleicht feierst du auch gar nicht Weihnachten. Alles ist vollkommen okay und bedarf keiner Rechtfertigung.
Wieso ich mich nun also heute hier hin setze und diese Worte zu Weihnachten schreibe? Weil es auch heute einer Erinnerung bedarf, wie viel wir sichtbar und unsichtbar leisten. Denn die Weihnachtszeit ist der Höhepunkt für Mental Load, Care Arbeit und Burnout für Frauen, vor allem Mütter. Imaginären Wesen wird der Ruhm zuteil, den wir erschaffen haben. Eine weihnachtliche Atmosphäre, die Planung des Essens, der Geschenke, das Besorgen eben dieser, die Dekoration, die Einladungen an Verwandte, der Hausputz und das Gefühle begleiten, je nachdem, in welche Richtung sie ausschlagen.
Deswegen ist es auch wichtig nochmal daran zu erinnern: Du musst dich nicht gänzlich verausgaben. Kenne deine Grenzen, wahre sie gut und pass auf dich auf. Der Druck, ein perfektes Fest abzuliefern, führt im Endeffekt nur dazu, angespannt und gereizt zu sein. Es ist also auch vollkommen okay, nicht gestriegelt unterm Baum zu sitzen, die Weihnachtsmesse ausfallen zu lassen und statt aufwendigem Braten die Pommes aus der Fritteuse zu essen.
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Weihnachten ist, was du draus machst!
Wir feiern hier zum Beispiel nur mit der Kernfamilie. Jedes Jahr klären wir mit den Kindern vorab, wie wir dieses Fest gestalten möchten. Traditionen sind nämlich dazu da, sie zu überdenken und eigene zu schaffen. Dazu zählen auch Familienrituale.
Dieses Jahr wollen wir uns rausputzen, in die Kindermesse gehen und im Anschluss gibt es Sushi – gekauft, nicht selbst gemacht – zur Entlastung. Und wenn das verputzt ist, gehen die Kinder die Betten bei offenem Fenster ausschütteln und die Weihnachtsgeschichte lesen (das übernimmt die Große), während wir Eltern die Geschenke unter dem Baum platzieren, den die beiden Kleinsten die letzten Tage geschmückt haben.
Die beiden Feiertage werden ruhig, mit Weihnachtsfilmen, X-Box und Büchern. Außerdem wollen wir die Ziehgroßeltern besuchen, die leider nicht mehr mobil sind.
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Auf was du an diesen Tagen getrost verzichten kannst:
Vielleicht klingt es drastisch, aber auch oder gerade an Weihnachten musst du dir keine Grenzüberschreitungen bieten lassen. Nicht von Fremden, nicht von Freunden, nicht von der Familie.
Du darfst also Onkel Kunibert über den Mund fahren, wenn er Faschoparolen schwingt. Erstens denkt er so, er sei im Recht und zweitens darf man diesen Menschen, die bewusst für die Beschneidung deiner Rechte sind, keinen Raum geben.
Du darfst herzlich gern darauf verzichten, Tante Kunigunde Platz für ihr Bodyshaming einzuräumen, wenn sie mal wieder das Essverhalten kommentiert oder das Outfit, für das du wirklich lange vor dem Kleiderschrank standest, abschätzig anschaut.
Auch der grapschige Opa Ottokar kann sich seine sexistischen Witze dorthin schieben, wo nie die Sonne scheint.
Boshaftigkeit hat keinen Platz und du musst nicht allen Frust herunterschlucken, erdulden und in dir schwelen lassen, bis es dann im Anschluss im stillen Kämmerchen aus dir herausplatzt.
Du hast ein Recht auf respektvollen Umgang und die Akzeptanz von Grenzen. Respekt ist keine Einbahnstraße und du als Frau, als Mama, musst nicht die Emotionen anderer Erwachsener regulieren. Du bist nicht dafür verantwortlich, wie sie sich fühlen, wenn du Grenzen setzt. Du trägst schon genug Mental Load mit dir herum, mach deren Probleme nicht auch noch zu deinen. 🙂
Das ist Selbstfürsorge – und davon machen wir eh viel zu wenig Gebrauch.
Frohe Weihnachten – du rockst das!
Denn du bist stark, du bist tough, du bist wunderschön von innen und außen. Lass dir deine Feiertage nicht durch andere vermiesen, pass auf dich und deine Kapazitäten auf und gönn dir diese Plätzchen, um die du schon seit Tagen schleichst. Ja, auch der Eierpunsch ist in Ordnung. Und ja, beschenk dich selbst, indem du dir das Buch bestellst, die Ohrringe kaufst und dir endlich diesen Wintermantel kaufst, der nicht nur schön aussieht, sondern auch bitter nötig ist.
Du bist es wert. Und du bist wertvoll unabhängig deiner Leistung! Mach dein Glück nicht abhängig von anderen. Du trägst es in dir. Ja, du bist toll!
Herzlichst, die Julie
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2 Kommentare
Yvonne
Liebe Julie, danke für deine tollen Worte und deinen Mut, diese auch aufzuschreiben und zu veröffentlichen, denn sie sind absolut richtig.
Ich wünsche euch schöne Feiertage, geniesst die Zeit zusammen und lasst es euch gut gehen.
Merry Christmas!
Julie
Liebe Yvonne,
von Herzen gern. Wir müssen raus aus dieser Rolle ständig umsorgender Frauen, die für alle mitdenken und sämtliche Dinge abfangen.
Ich hoffe, ihr hattet ein friedvolles und schönes Weihnachtsfest und könnt nun die Ferien genießen. 🙂
Wir tun das jedenfalls.
Viele liebe Grüße