Freundschaften pflegen als Mama ist essenziell für das soziale Fangnetz, psychische und physische Gesundheit und Austausch. Julie, 6-fache Mama, erklärt, wieso es manchmal dennoch Überwindung kostet.
Gedankenwelt,  Life

Freundschaften pflegen als Mama – gar nicht so leicht

Wir haben hier jetzt Sommerferien und ich bin gerade auf dem Sprung zu einem unglaublich lieben Mensch, den ich über ein Jahr nicht gesehen habe. Freundschaften pflegen als Mama, gefangen im Alltagshamsterrad ist nämlich gar nicht so leicht. Zumindest nicht, wenn man manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.

Und das passiert mir leider ziemlich oft. Ich habe das Smartphone täglich einige Stunden in der Hand. Weil ich darüber arbeite, aber auch, weil ich (leider) sehr viel Social Media konsumiere. Es wäre also ein leichtes, hier und da regelmäßig eine kurze WhatsApp zu schicken, ein Lebenszeichen zu hinterlassen und zu fragen, wie es meinem Umfeld geht. 

Freundschaften pflegen als Mama – gar nicht so leicht

Die Realität? Während ich Wäsche falte, schaue ich Tiktoks, während ich koche, höre ich Sprachnachrichten ab, während ich putze, läuft Youtube mit irgendeiner Doku oder einem Bericht. Und zwischendrin tönt Alexa mit „Gute Laune Pop“ durchs Haus. Einzig, wenn ich was für die Uni mache oder mich zum Arbeiten konzentrieren muss und die Kinder schlafen, ist es hier ruhig. Und diese Stille genieße ich.

Ich bin also selbst dafür verantwortlich, nebenbei ständig passiv beschallt zu werden, aktiv für Kontaktfluss zuständig zu sein, kostet mich allerdings Kraft. Kraft, die ich mir bewusst nehmen muss.

In letzter Zeit bin ich dann doch öfter über meinen Schatten gesprungen, habe die Bequemlichkeit überwunden und mich eigenständig bei ganz vielen lieben Menschen gemeldet, bei denen ich sonst auf deren Initiative warte. Freundschaften pflegen sich einfach schlecht einseitig. Und – shame on me – gerade während der Schulzeit habe ich einfach gerade einen straffen Zeitplan, den ich ehrlicherweise ungern ändere, weil ich weiß, ich muss das dann doppelt nachholen.

Dabei sind soziale Kontakte so wichtig. Auch für mich als Mama. Weil Austausch wichtig ist, soziale Interaktion nicht nur psychisch, sondern auch körperlich gut tut und dadurch neue Sichtweisen und Horizonte erklommen werden können.

Und nahestehende Menschen wissen, sie müssen mich manchmal aus meiner Komfortzone locken. Zu meinem Glück zwingen. Weil, ja, weil ich mich gern einigle und die ruhigen Momente für mich brauche. Aber auch, weil meine soziale Batterie viel eher als früher einfach leer ist.

Jedenfalls: In der letzten Woche habe ich die wunderbare Barbara getroffen, die ich seit Jahren von Twitter kannte. Spontan, weil sie gerade in der Nähe war. Und es tat gut. Unglaublich gut. Vor zwei Tagen habe ich dann spontan meine Freundin zum Pizzaessen eingeladen, denn die Teenies hier hatten ein Pizzabackdate und haben über Tische und Bänke gebacken. Der Austausch hat mich sehr bereichert.

Und heute, heute besuche ich einen lieben Menschen in München. Wir sprechen nicht oft miteinander, sehen uns noch seltener. Umso mehr freue ich mich, dass ich die Pobacken zusammen gekniffen und mich aufgerafft habe, sie zu fragen, ob sie Lust auf einen kleinen Überfall hat. Weil zu tun gäbe es hier genug. Aber dieses Treffen, das ist Selbstfürsorge. Freundschaften pflegen ist ebenso Selbstfürsorge. Und auch, wenn mich der Straßenverkehr in München wirklich an meine Grenzen bringt, weiß ich, es wird mir gut tun. Sie wird mir gut tun.

Morgen dann wird es ein erneutes erstes Mal geben (wenn nichts dazwischen kommt), denn dann treffe ich eine Person, die ich auch sehr mag, aber noch nie live gesehen habe. Und natürlich kostet es Überwindung, sich aufzuraffen, auf neue Menschen einzulassen und aktiv zu werden und zu bleiben. Doch wir Eltern, gerade Mamas, die sich patriarchal noch immer signifikant mehr um Kinder und Haushalt kümmern, haben auch ein Anrecht auf ein soziales Fangnetz, auf ein Umfeld, das mitträgt. Und wir können nicht erwarten, dass das einfach so passiert, sondern müssen uns auch selbst einbringen.

Deshalb freue ich mich so heute! Noch schnell Zähne putzen, Näschen pudern und los geht’s!

Herzlichst, die Julie

 

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Freundschaften pflegen als Mama ist essenziell für das soziale Fangnetz, psychische und physische Gesundheit und Austausch. Julie, 6-fache Mama, erklärt, wieso es manchmal dennoch Überwindung kostet.

 

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4 Kommentare

  • Sari

    Also allem voran: So ein schönes und freundliches Foto von dir. Es strahl so viel Lebensfreude aus.
    Ja es ist schwer Zeit für Freundschaften zu finden. So viel anderes nimmt Zeit ein. Ich habe auch eine Freundin, mit der schicken wir uns quasi Podcast lange Sprachenachrichten hin und her *lach*.
    Aber auch das gehört dazu. Aber so bekommen die kleinen Momente ganz großes Gewicht und sind besonders.

    • Julie

      Ich danke dir. Die 14-jährige entwickelt sich zum Fototalent =)
      Ja, das stimmt. Und manchmal macht man es sich selbst schwer, weil man sich auch einfach die Zeit bewusst nehmen müsste. Sprachnachrichten gehen hier auch sehr viele hin und her.

  • Mesalunita

    Schön, dass du erkannt hast wie wichtig auch mal Self care ist. Freundschaften sind immerhin die, die nachdem die Kinder irgendwann groß sind, (hoffentlich) noch bestehen udn ein Leben lang bleiben. Das sollte man nicht vergessen. Außerdem tut es einem selbst gut, mal aus der Alltagsroutine raus zu kommen und mal bei anderen zu hören, wie die so in den Tag Leben.
    Ich hoffe du hast ein schönes Date!
    Liebe Grüße

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