Family, Schulkind

Die Sache mit dem Taschengeld – ein Update

Mittlerweile bekommt die Große seit über zwei Jahren ihr Taschengeld. Auch die Prinzessin ist seit März des letzten Jahres dabei und steht jeden Montag mit aufgehaltener Hand vor mir und fordert ihren „Lohn“ ein. Tja, also Lohn kann man das nicht wirklich nennen, denn ich mache die Auszahlung nicht davon abhängig, ob sie etwas geleistet oder erledigt haben oder nicht. Jedenfalls hat sich seit dem letzten Mal, als ich davon berichtete, wie es mir schwer fiel, die Kinder von ihrem Geld kaufen zu lassen, was sie wollten, ein bisschen was getan.

Der Umgang mit Taschengeld wird immer überlegter. 

Vor allem die Große realisiert immer mehr, dass sie auch ein paar Wochen sparen und verzichten muss, wenn sie sich außertourlich Dinge, wie das 36. Kuscheltier, kauft. Dank ihren Mathematikkenntnissen kann sie nun auch schon ziemlich genau ausrechnen, wie lange sie ihr Taschengeld beiseite legen sollte, bevor es zum neuen Spiel für den Nintendo 2 DS reicht. Natürlich landen noch Süßigkeiten auf dem Kassenband, obwohl sie zuhause noch 3 Tafeln Schokolade und eine Kiste voller Süßigkeiten hat. Aber sie entscheidet sich jetzt bewusst dafür und zieht nicht mehr wahllos durch die Geschäfte und hortet Dinge, nur damit sie ihr Taschengeld los wurde.

Auch so merke ich, dass sie immer reflektierter mit ihren Finanzen umgeht. Dem Zwerg hat sie zum Beispiel auf das von ihr gekaufte Geburtstagsgeschenk sogar noch 5 Euro in Münzen geklebt. Das sind mehr als zwei Wochen Taschengeld. Weil er 5 wird, Mama. Und dann habe ich noch genau das Geld für das Spiel, wenn das Christkind mir wirklich einen DS bringt.“ Du kannst dir ausmalen, wie sehr ich gerührt war? Wie sehr es mich freute, dass sie trotz des kleinen Budgets, das sie zur Verfügung hat, noch immer an ihre Geschwister denkt und auch wirklich rechnet, was in ihrem Rahmen möglich ist. Hach ja, die Maus wird groß.

Das ursprünglich gewünschte Spiel ließ sie übrigens stehen. Geholt hat sie sich das, woran ich am wenigsten glaubte. Ein Bauernhof-Simulationsspiel. Kein Pokemon, kein hektisches Jump and Run. Ein friedliches und harmonisches Spiel ohne Wettbewerbsgedanken oder Kämpfe. Und sie ist glücklich damit. Sehr sogar. Damit bin ich es auch.

Die Prinzessin steckt noch im Kaufrausch

Bei der Prinzessin dagegen merke ich noch ziemlich, dass sie gerade in der Phase ist, die die Große vor einem Jahr hatte. „Coooool, wir gehen einkaufen! Warte Mama, ich hol meinen Geldbeutel!“ Und wenn ich dann frage, was sie möchte, dann kommt meist „Hmm, das weiß ich noch nicht, aber ich finde ganz bestimmt was.“. Ja, finden tut sie immer was. Für sie macht es sogar kurzweilig Sinn, sich Elsa-Plastikschuhe zu holen, die direkt nach dem ersten Tragen brechen. Natürlich ist sie auch traurig, wenn das, was sie sich einbildet nicht lange hält. Aber abgesehen von einem „Bist du dir sicher? Ich glaube, das ist nicht sonderlich stabil.“ oder „Ist dir bewusst, dass du daheim noch sehr viel Süßkram hast? Wirklich seeeeehr viel?“ sage ich nichts dazu.

Denn ich weiß, wie sehr es mich gewurmt hat, wenn meine Mama mir reinreden wollte. Und ich weiß, wie wenig es gebracht hat, der Großen anfangs immer wieder zu sagen, dass das, was sie da kaufen will, absoluter Blödsinn ist. Zumindest in meinen Augen. Außerdem wäre ich heute auch ziemlich angesäuert, würde mir der Herzmann vorwurfsvoll mitteilen, dass das Buch, das ich aber so toll finde, doch eigentlich nicht notwendig ist oder auch der billige Kaffee reicht, obwohl ich die Rösterei in der nächsten Stadt so toll finde.

Und es macht sie ja auch stolz, sehr sogar, wenn sie selbst an der Kasse ihre Ware aufs Band legt und das Geld aus ihrem eigenen Geldbeutel zieht und ganz allein bezahlen darf.

Was wir an Taschengeld zahlen

Wir liegen übrigens unter dem Wert, den das Jugendamt als Taschengeld empfiehlt. (Hier die Tabelle.) Die Prinzessin bekommt bis zu ihrem Geburtstag einen Euro pro Woche. Das wird dann um 50 Cent erhöht. Die Große ist mittlerweile bei zwei Euro pro Woche angelangt und zum Geburtstag gibt es dann wöchentlich 50 Cent drauf. Aber – und das ist mir sehr wichtig – das Taschengeld ist rein fürs Vergnügen da. Sie müssen sich weder Schulmaterialien noch Kleidung kaufen. Und auch Bücher sehe ich, wenn wirklich Interesse daran besteht, als Grundversorgung für den Kopf an und spendiere sie gerne.

Das Taschengeld machen wir auch nicht von der Klassenstufe abhängig, sondern vom Alter. Es wäre nämlich, finde ich zumindest, sehr ungerecht, wenn die Große noch vor dem sechsten Geburtstag das erste Mal den Euro einkassiert hätte und im Gegenzug dazu muss der Zwerg noch ewig warten, weil er ein Dezemberkind ist.

Im Haushalt müssen die Mäuse dennoch mithelfen – unabhängig vom Taschengeld. Und bisher klappt das, abgesehen vom Augen verdrehen und mürrischen Murmeln in den nicht vorhandenen Bart, ganz gut.

Und die Jungs?

Tja, der Zwerg kann seinen sechsten Geburtstag schon gar nicht mehr abwarten. Denn er weiß, auch dann bekommt er seine erste eigene Geldbörse und das erste Mal Taschengeld. Eigentlich findet er es total doof, dass er noch soooo lange warten muss. Wir Eltern sind da aber auch gemein, dass da für alle das Gleiche gilt. Hmpf. 😀

Aber ich bin mir sehr sicher, dass mir auch da die ersten Wochen und Monate der Umgang mit Taschengeld aufs Gemüt schlagen werden. An die vielen Süßkrampapierchen, die dann im ganzen Haus auftauchen werden, weil die Völlerei erst einmal überwunden werden muss, mag ich erst gar nicht denken… Doch vielleicht schätze ich den kleinen Mann auch völlig falsch ein und er wird wider Erwarten komplett reflektiert auf weitere Dinotrux oder Legoteile sparen. Wer weiß?

Die Julie

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4 Comments

  1. Nadine l. says:

    Ich find du machst das echt gut mit der Einteilung.
    Unsre Tochter ist 8, bekommt pro Woche 5 euro. Anfangs war das auch so, dass sie alles was sie haben wollte sich davon geholt hat und hinterher hat sie sich aber geärgert und sagte dann zu mir:“ Mama du hattest Recht. Ich werde jetzt sparen, dann hab ich genug geld um mir das zu kaufen was mir gefällt.“ Fand ich voll süß von ihr.

    1. Dann hat sie genau das gelernt, von dem ich mir erhoffe, dass es bei der Prinzessin auch bald greift. Sehr schön, wie reflektiert deine Maus damit umgeht und sich so größere Ziele erarbeitet. 🙂

      Liebe Grüße

  2. Bei uns bekommt der Große (8) 5€ und der Mittlere (5) 2€, beide sparen meistens auf etwas Konkretes. Wir geben bei Büchern etwas dazu und manchmal auch, wenn sie etwas besonders Tolles kaufen wollen und wirklich schon lange gespart haben und nur noch wenig fehlt. Neulich wollte der Mittlere den Lego Bus, er hatte 27€, der kostete 32€, da haben wir den Rest bezahlt. Bei uns gibts aber ein Veto-Recht bzw. ein „überleg es Dir bitte einen Tag“, wenn wir einen Affektkauf für total blödsinnig halten. Meistens kommt es im Gespräch dann auch raus, ob sie es wirklich wollen. https://bloggermumofthreeboys.com/2017/06/12/taschengeld-wie-macht-man-das/

    Der Große hat momentan 64€, der Mittlere hat nichts mehr, da er von der Zahnfee ein ziemlich großes Geschenk über unserem Budget wollte und wir uns dann geeinigt haben, dass er es bekommt, wenn er sein gespartes Taschengeld beisteuert.

    Wir liegen über den offiziellen Empfehlungen und das bewusst. Im Freundeskreis ist es durchmischt, von genau der Empfehlung über gar kein Taschengeld und dem Kind alles selbst kaufen und eben wie wir, mehr als manche Experten sagen. Süßigkeiten kaufen unsere übrigens irgendwie nie. Dafür gibt der Große dem Mittleren öfter was dazu, in England hat er dem Mittleren das gewünschte Magazin gekauft, manchmal kaufen sie auch was zusammen. Der Kleine (2) möchte auch Taschengeld und bekommt dann meistens ein 2 Cent Stück und ist selig.

    Liebe Grüße!

    1. Liebe Denise,
      danke für deinen Kommentar! 🙂
      Anhand deiner Kinder sieht man, dass es nicht nur einen richtigen Weg gibt. Ich finde es ganz wunderbar, dass die Kinder untereinander so sozial und hilfestellend agieren. Das Veto-Recht finde ich ganz interessant. Bisher habe ich die Mädels nämlich trotz Zähneknirschen meinerseits das kaufen lassen, was sie wollten, ohne sie nochmals eine Nacht drüber schlafen zu lassen. Danke für den Tipp. 🙂

      Herzliche Grüße

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