Aufruf zur Blogparade: Das Papa-Interview // 10 Fragen – 10 Antworten

Oft bekommt man ja nur die Seite der Mama zu hören, wie und ob sich das Leben mit der Gründung der Familie verändert hat. Die Sicht des (werdenden) Vaters finde ich aber genauso wichtig. Ebenso, welche Prioritäten Papas sich setzen und wie sie das Familienleben selbst erleben. Deswegen, so dachte ich mir, führe ich ein kleines Papa-Interview für dem – für uns – weltbesten Papa überhaupt. Dem Papa der vier Mäuse.

Außerdem fände ich es wirklich klasse, wenn eine große Blogparade zustande kommen würde.

10 Fragen – 10 Antworten

1. Wie hast du die Schwangerschaften deiner Frau erlebt. Waren sie unterschiedlich? Wurdest du mit einbezogen?

Na mal sehen, was mein männliches Kurzzeitgedächtnis hier noch hervor kramen kann.

Schwangerschaft 1: Eine freudige Nachricht, immer mit begleitet zum Frauenarzt und dann auch das tragische Ende mit erlebt, als es ein Sternchen wurde. Zum Glück war der Urlaub kurz darauf angesetzt, um das zu verdauen.

Schwangerschaft 2: Nicht lange danach ging es zum Glück wieder gut. Auch hier war noch die Studentenzeit am laufen und ich konnte daher auch alle Termine mitnehmen: Jeder FA-Besuch, jeder Ultraschall, … Ich war immer dabei und das war mir auch wichtig. Aber wie ich sie erlebt habe? Turbulent … Man weiß nie genau, ob man was anders machen sollte, denn die Meinung und die Laune einer schwangeren Frau ist mitunter etwas unstet. Und das gilt für alle Schwangerschaften, nur das leider keine Schwangerschaft so ist wie die andere und man muss sich immer wieder neu einstellen (steht sie jetzt gerade auf Burger oder auf Erdbeeren?!).

Schwangerschaft 3: Das Arbeitsleben in den Kinderschuhen, der Verdienst gering, die Wohnsituation so lala … Auch hier versuchte ich immer dabei zu sein, durfte aber dank dem Arbeitsleben zum ersten Mal das enorme Unverständnis anderer Menschen für unseren Familienzusammenhalt erleben. Das ging schon bei Kolleginnen los, die das nicht verstehen wollten und endete kurz vor Ende der Schwangerschaft damit, dass ich in der Probezeit entlassen wurde, weil ich es gewagt habe, Kind-krank zu machen (Die Kleine gerade etwas über einem Jahr mit ansteckender Krankheit und meine Frau hochschwanger, da geht mir das Leben meiner Familie und deren Unversehrtheit einfach vor).

Schwangerschaft 4: Neue Arbeit, neues Glück. Neue Wohnsituation, wenn auch wieder nicht optimal (2-Zimmerwohnung zu viert und Nummer 3 kündigt sich an …). Zudem wollte ich einen festen Stand in der Arbeit und trotzdem meine Familie nicht vernachlässigen. Hier war ich nun Vollzeit arbeiten und hab mir auch hier wieder kindkrank genehmigt. Inzwischen aber mit selbstsicherem Auftreten und dadurch auch ohne zu große Probleme (das Unverständnis meiner Mitmenschen blieb bestehen …). Die Schwangerschaft an sich war recht turbulent, da es früh hieß, es gibt Komplikationen und Bettruhe wird verordnet (super mit zwei Kindern, die 1 bzw. 3 Jahre alt sind). Es war eine stressige Zeit, die wir trotzdem gut zusammen überstanden haben.

Schwangerschaft 5: Nun, langsam kommt wirklich etwas Routine rein. Wirkliche Details fehlen meinem Gedächtnis (Schwangerschaftsdemenz für Männer …). Es war wenigstens nicht so problematisch wie in der SS davor und auch mein beruflicher Stand war endlich gesichert. Das Haus stand auch, wenn auch noch Feinheiten fehlten, die durch die SS etwas zurück stecken mussten und nun langsam in Angriff genommen werden. Aber die Routine machte sich auch bei der Mama breit und so kam es sogar, dass ich mal einen FA-Termin nicht geschafft habe. Etwas bedauerlich, aber im Laufe der Zeit habe ich eins gelernt: Leider gibt es nicht bei jedem FA-Termin ein Bildchen und es wird auch nicht immer nachgeschaut sondern auch mal nur nachgehört ?

2. Hat sich seit der Geburt deines ersten Kindes etwas geändert?

Eigentlich alles. Die typisch doofe Antwort, die wohl jeder gibt. Ballerspiele in voller Lautstärke wann und wie ich will? Ade! Nächtelang durchmachen und die Zeit einteilen, wie ich gerade lustig bin? Ade! Man muss viel umdenken, Schlaf wird einem auf einmal heilig, manch Nachbarlärm stört einen in der Mittagszeit mehr als früher, man fährt auf einmal recht human Auto (solang die Kinder dabei sind), man achtet auf seine Wortwahl, … Kurzum: Es ändert sich einfach alles. PUNKT

3. Was wurde anders von Kind zu Kind? Wurde etwas anders?

Multitasking wurde immer wichtiger, Zeitmanagement sowieso und Kind 1 hat noch eine ganz andere Förderung durch die Eltern als alle danach. Gerade bei unseren engen Abständen wollen alle Kinder auf einmal etwas von einem und trotzdem sind sie durch die 1-2 Jahre auf einem ganz anderen Entwicklungslevel. Gemeinsame Spiele wären toll, doch nicht leicht umzusetzen. Und alle nach Kind 1 müssen genau wie Kind 1 ab dem Zeitpunkt, etwas zurückstecken. Doch der Vorteil: Die Großen können auch super unterstützen! Es ändert sich also nicht so viel wie zu Kind 1 und man hat das Leben schon nach Kindern gerichtet, es wird nur etwas anders und mehr aufgesplittet.

4. Was würdest du in Bezug auf deine Kinder ändern wollen?

Ich hätte am liebsten jedes als Einzelkind. Also an sich sollte sich nichts ändern, nur wäre es schön wenn ich mich klonen könnte. 5 Versionen meiner selbst, sollte meine Frau auch geklont werden, dann bitte 6 Versionen: eine geht in die Arbeit, eine für jedes Kind und die letzte hat endlich wieder Pärchenzeit mit der Angetrauten.

5. Gibt es etwas, was du mit der Erfahrung von heute in der Vergangenheit anders gemacht hättest?

Es gibt so manch Stolpersteine, die bestimmt auch anders zu lösen wären, doch wer weiß welche Stolpersteine dann gekommen wären? Also: Nein! Ich würde höchstens noch früher so souverän auftreten, wie ich es heute mache.

6. Hat sich die Beziehung zu deiner Frau durch die Kinder geändert/gefestigt/gelockert?

Gelockert? Nein. Gefestigt? Eigentlich auch nicht, das war schon fest. Geändert? Definitiv. Wir kommen zu kurz und die wenige Zeit die einem bleibt ist schwierig zu nutzen. Es bleiben einem nur die absoluten Kleinigkeiten und selbst diese muss man oft mit den Kindern teilen oder die Kinder müssen dafür zurückstecken. Wie gesagt: Klonen bitte!

7. Wie hast du dir dein Leben als Papa vorgestellt? Inwiefern stimmt es mit der Realität überein?

Nun ja. Vorgestellt habe ich es mir in etwa so, wie es mit einem Kind war. Man hat etwas Zeit für sich, etwas Zeit für Zweisamkeit und viel Zeit mit dem Kind. Bis dahin hat das alles gestimmt, gut die schlaflosen Nächte habe ich nicht so drastisch erwartet. Auch nicht, wie einen so ein kleines Wesen oft an die eigenen Grenzen bringt, aber dennoch war die Vorstellung schon ähnlich.
Ab dem Zeitpunkt mit mehr Kindern ändert sich das Ganze und wird mit einer guten Portion Stress versehen. Und oft erwischt man sich dann dabei, dass man die Kinder zurück stecken lässt oder „parkt“, um selbst noch zu überleben. Man kann und darf es definitiv nicht unterschätzen, was auf einen zukommt!
Meine Vorstellung an sich war: Man hat ein Kind, man zieht es auf, vermittelt seine Werte, versucht vieles besser zu machen wie die eigenen Eltern oder das Gute aus der eigenen Kindheit zu nutzen. In der Vorstellung kam aber leider weder ein Schreikind vor, noch der stündliche Weckruf des Kindes …

8. Was wünschst du dir für deine Kinder für die Zukunft?

Das sie ihren Weg beschreiten und ihr Ding durchziehen. Und das möglichst auf legalem Wege und ohne zu tiefe Abgründe aus denen sie nicht mal die Eltern holen können. Solang sie möglichst gesund und glücklich sind ist mir alles recht.

9. Was rätst du anderen werdenden Vätern?

Geht! Schnell! Noch habt ihr die Chance! Spaß beiseite: Nicht verrückt machen lassen und eins nie vergessen: Es gibt nichts wichtigeres als euren Nachwuchs bzw. eure Familie! Kein Geld, kein Job wird je so wichtig, wie euer Nachwuchs, denn dieser braucht keine Marken, keinen Urlaub, kein tolles Auto sondern nur euch! Ach ja und packt euren Fernseher und/oder den PC in den Keller. Ihr habt in der Nacht noch genug Zeit und dort habt ihr auch eure Ruhe und die Kinder sehen nichts, was sie nicht sehen sollten. Und steht doch bitte mal euren Mann und überwindet auch Hindernisse anstatt sie wegzuwerfen.
Und eine Sache, die alle Männer intuitiv richtig machen: Lasst die Kinder ihre Grenzen erfahren! Die Mütter schauen schon genug darauf, dass den Kleinen nichts passiert, wir Väter sind dafür zuständig, dass sie auch kleine Narben haben, die ihren Lebensweg zeichnen und sie dafür ungemein bestärken.

10. Möchtest du sonst noch etwas loswerden?

Mülleimerfrage? Echt jetzt? Bei einem, der Statistik hatte und Fragebogenentwicklung? Also bitte …. Live long and prosper!

* * * * *

Wie sehen das andere Papas?

Stimmt das mit anderen Meinungen überein? Ich würde mich freuen, wenn auch andere Mamas ein Interview mit (ihren) Papas, Onkels, Brüdern, Freunden führen. Schreibt mir die Links in die Kommentare oder über Facebook/Instagram, damit ich eine Liste mit euren Interviews anlegen kann. Das Ganze möchte ich passend zum Vatertag am 25. Mai enden lassen. Über eure rege Teilnahme freue ich mich!

Liebe Grüße, die Julie

Andere Interviews könnt ihr hier nachlesen:

9 Comments on “Aufruf zur Blogparade: Das Papa-Interview // 10 Fragen – 10 Antworten”

  1. Wir wären ja gerne dabei, aber hier bloggt der Papa und nicht die Mama 😉 ich könnte also nur ein Interview im Selbstgespräch führen.

    Aber schön die Antworten von deinem Mann zu lesen und sich selber doch so einige Male wieder zu finden.

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